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„Das Ehrenamt ist unbezahlbar“

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Marcel Huber

Marcel Huber (60, CSU) ist nicht nur Bayerns Umweltminister, sondern auch selbst seit Jahren ehrenamtlich aktiv.

Den Erhalt des Ehrenamtes bezeichnet er als Herzensangelegenheit.

Herr Huber, was sind die größten Sorgen von Menschen, die ehrenamtlich Feste organisieren?

Feste von Feuerwehren, Schützen-, Burschen- und Sportvereinen, Trachtenumzüge, wohltätige Veranstaltungen, Pfarrfeste – alles sind größtenteils rein ehrenamtlich organisierte Feierlichkeiten. Wer solche Feste ausrichten will, muss sich dabei an ein umfassendes bundes-, landes- und kommunalrechtliches Regelwerk halten. Verschiedene Zuständigkeiten, unterschiedliche Fristen und Unübersichtlichkeit sind große Hürden für Ehrenamtliche. Eine Hürde, die ich im Zuge meiner Ehrenamtsoffensive beseitigt habe, betraf die Maibaum-Tradition. Für das Stehlen eines Maibaumes brauchte man lange Zeit eine Genehmigung für den Transport. Das haben wir geändert. Ich weiß als alter Feuerwehrler, wie gefährlich es ist, unbeleuchtet unterwegs zu sein. Deshalb war klar, dass es keine Abstriche bei der Sicherheit geben darf. Aber es genügt jetzt, wenn Feuerwehr oder das THW den Transport absichern.

Könnte nicht der Gesetzgeber die Regeln vereinfachen oder Ausnahmen machen?

Es ist ja nicht so, dass Regeln gemacht werden, um die Leute zu ärgern. Das geschieht nach bestem Wissen und Gewissen, um dem entgegenzutreten, was passiert ist oder was befürchtet wird. Es ist eine schwierige Gratwanderung, die Menschen haben zurecht Sicherheitserwartungen – ich meine damit zum Beispiel Jugendschutz, Lebensmittelsicherheit, Verkehrssicherheit. Gleichzeitig sollten Behörden vor Ort gerade für das Ehrenamt pragmatische und flexible Lösungen finden.

Wenn es immer komplizierter wird, ehrenamtlich etwas auf die Beine zu stellen: Warum sollten sich die Menschen trotzdem engagieren?

Ob es nun eine Tätigkeit im Sport, in der Kirche, im Rettungsdienst oder im Umweltbereich ist: Ehrenamtliche sammeln unheimlich viele wertvolle persönliche Erfahrungen. Sich für andere einzusetzen, gibt einem auch immer etwas zurück. Ich kann das jedem nur wärmstens ans Herz legen. Außerdem können Kinder und Jugendliche in Vereinen und Gemeinschaften soziale Kompetenz und Teamfähigkeit entwickeln – das ist unbezahlbar.

Interview: Kathrin Brack

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