Deutschland im Terror-Netz

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Großalarm in Schaerbeek bei Brüssel: Bilder wie dieses prägten den Karfreitag nicht nur in Belgien, auch in der französischen Hauptstadt Paris gab es Polizei-Aktionen. Foto: Reuters

Hinter den Terroranschlägen von Brüssel und Paris soll ein ganzes Netzwerk gestanden haben. In Belgien und Frankreich gibt es Razzien. Auch in Deutschland werden Verdächtige festgenommen.

Festnahmen in Giessen und Düsseldorf

Hinter den Terroranschlägen von Brüssel und Paris soll ein ganzes Netzwerk gestanden haben. In Belgien und Frankreich gibt es Razzien. Auch in Deutschland werden Verdächtige festgenommen.

Düsseldorf/Brüssel – Offiziell bestätigten die Behörden am Freitag zwei Festnahmen in Gießen und im Raum Düsseldorf, wollten sich aber nicht zu Details äußern. Wie aus anderen Quellen zu erfahren war, könnten die beiden Männer aber zum Umfeld der Brüssel-Attentäter gehören.

In Gießen war bereits am Mittwochabend ein 28 Jahre alter Marokkaner festgenommen worden. Nach aus Sicherheitskreisen bestätigten ARD-Informationen fiel er bei einer Routinekontrolle auf dem dortigen Bahnhof einer Streife der Bundespolizei auf. Als sich die Polizei intensiver mit dem Mann beschäftigt habe, hätten sich Papiere über einen Krankenhausaufenthalt wegen einer Verletzung am 18. März gefunden. An diesem Tag wurde der Terrorverdächtige Salah Abdeslam in der belgischen Hauptstadt festgenommen.

Dem „Spiegel“ zufolge enthält eine Kurznachricht, die im Mobiltelefon des Mannes gefunden wurde, den Namen des U-Bahn-Attentäters von Brüssel, Khalid El Bakraoui.

Gegen den am Donnerstag im Düsseldorfer Stadtteil Bilk festgenommenen Salafisten wird unter anderem „wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ ermittelt. Bei dem Mann soll es nach „Spiegel“-Informationen um den Salafisten Samir E. gehen. Er sei wie der Brüsseler Flughafen-Attentäter Ibrahim El Bakraoui im Sommer 2015 von den türkischen Behörden im Grenzgebiet zu Syrien aufgegriffen und nach Amsterdam abgeschoben worden.

Unterdessen bestätigte die Brüsseler Staatsanwaltschaft, dass der 24-jährige Najim Laachraoui einer der beiden Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen ist. Laachraoui war auf Bildern einer Überwachungskamera links zu sehen. Der andere Flughafen-Attentäter war bereits als Ibrahim El Bakraoui identifiziert worden. Nach einem dritten Mann wird noch gesucht. Die Brüsseler Attentäter sollen Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Anschläge von Paris und Saint-Denis gehabt haben, bei denen am 13. November 130 Menschen ermordet wurden.

In Belgien, Frankreich und Deutschland wurden unterdessen fast ein Dutzend Terrorverdächtige festgenommen. Allein in Belgien gab es acht Festnahmen. Das französische Innenministerium teilte mit, einen Anschlagsplan im „fortgeschrittenen Stadium“ vereitelt zu haben. In einem Pariser Vorort wurde ein Mann festgenommen, der nach Medienberichten Verbindungen zum mutmaßlichen Planer der Pariser Anschläge vom November gehabt haben soll. Zusammen mit dem als Kopf dieser Anschläge geltenden Islamisten Abdelhamid Abaaoud soll er 2015 in Brüssel verurteilt worden sein. In Argenteuil nordwestlich von Paris wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung geringe Mengen Sprengstoff gefunden.

Der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, warnte erneut vor weiteren Terroranschlägen in Europa. Der sogenannte Islamische Staat sei in Syrien und im Irak geschwächt. „Damit steht die Terrorgruppe unter Druck und braucht spektakuläre Aktionen, um Aufmerksamkeit zu erregen und Macht zu demonstrieren“, sagte Münch der „Bild“-Zeitung. Angesichts der Terrorgefahr wollen die Innenminister der Länder im Juni über Einsätze der Bundeswehr im Inneren beraten, sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon.

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