Deutschland hat noch keine Lust auf E-Autos

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München – Etwa 30 Elektrofahrzeuge bieten die Autohersteller inzwischen als Serienmodelle an. Reine Elektroversionen ohne Benzin-Unterstützung sind noch rar: Allein BMW hat mit dem BMW i3 ein Elektroauto im Programm, das ausschließlich als solches gedacht ist.

Das geht aus Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) hervor. Zu Elektrofahrzeugen werden dabei auch Hybridautos gezählt, die Verbrennungsmotor und Stromantrieb kombinieren. Die meisten elektrisch betriebenen Autos sind solche Hybride, die sowohl mit Benzin als auch an der Steckdose betankt werden können.

Preis: rund 35 000 Euro in der Basisversion. Andere Hersteller haben den E-Motor bislang nur als Variante im Angebot. Bei Volkswagen sind das beispielsweise E-Golf für rund 35 000 Euro und E-Up, bei Daimler die B-Klasse und eine Version des Smart. Einige Hersteller planen aber in den nächsten Jahren reine E-Modelle. Opel will seinen bislang hybriden Ampera 2017 vollelektrisch auf die Straße schicken. Audi folgt 2018 mit einem Elektro-SUV, auch Daimler will dann ein reines E-Modell mit einer Reichweite von 400 bis 500 Kilometern schaffen. Porsches Elektromodell, dass unter dem Namen „Mission E“ läuft, wird erst später kommen – ebenso ist es bei Volkswagen. Es ist in letzter Zeit viel von Elektroautos die Rede, der Hersteller Tesla hat einen regelrechten Hype ausgelöst, als der amerikanische Autobauer seinen geplanten neuen Mittelklassewagen „Model 3“ angekündigt hat. Nach Firmenangaben gibt es bereits 325 000 Vorbestellungen für das Fahrzeug. Tesla will mit dem Wagen, der ab Ende 2017 ausgeliefert werden und 35 000 Dollar (31 000 Euro) kosten soll, in den Massenmarkt eintreten. Zukunftsmusik, noch sind die umweltfreundlichen E-Autos nach wie vor kaum auf deutschen Straßen unterwegs. Rund 25 500 reine E-Fahrzeuge und 130 400 Autos mit Hybrid-Motoren, die sowohl mit Strom als auch mit Benzin betankt werden, zählte das Kraftfahrt-Bundesamt 2015 hierzulande.

Zum Vergleich: Insgesamt lag der Pkw-Bestand in Deutschland im Jahr 2015 bei etwa 45,1 Millionen Stück. Der Elektroanteil betrug also nicht einmal ein halbes Prozent. Ausbaufähig. Aber solange die E-Autos – trotz Prämie – viel teurer als die normalen Autos sind, wird sich daran nicht viel ändern.   dpa/sts

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