ZUM TAG DER ORGANSPENDE

Ja denken heißt nicht Ja sagen

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Es klingt paradox: Laut Umfragen stehen die Menschen der Organspende sehr offen gegenüber.

Trotzdem ist die Zahl der Spender auf einem Tiefstand. Warum? Ja denken heißt eben nicht Ja sagen. Das muss sich ändern.

Bislang gilt: Wer bereit ist, seine Organe zu spenden, muss das hierzulande schriftlich festlegen – im Organspendeausweis, den er stets bei sich trägt. Leider scheitern an dieser Hürde viele Befürworter. Deshalb herrscht ein eklatanter Organmangel. Der Deutsche Ärztetag forderte jüngst die Einführung einer „Widerspruchslösung“. Will heißen: Jeder, der nicht explizit widerspricht, ist automatisch nach seinem Tod Organspender. Diese Idee ist weder neu, noch wird sie sich bei uns durchsetzen; die Politik ist darin seit jeher uneins. Aber: Zwischen „laufen lassen“ und – im weitesten Sinn – „bevormunden“ gibt es noch eine dritte, deutlich bessere Lösung. Sie hat sich in den USA längst bewährt, zumal dort die Zahl der Organspender seit ihrer Einführung stark gestiegen ist.

Gemeint ist die „verpflichtende Entscheidungslösung“: Beim Beantragen von behördlichen Dokumenten muss jeder verpflichtend angeben, ob er Organspender sein will oder nicht. Jeder von uns muss damit also eine klare Entscheidung treffen – fürs Leben retten oder dagegen.

Barbara Nazarewska

Sie erreichen die Autorin unter

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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