Dazugelernt?

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Debatte über Militärschlag in Syrien Noch ist die Gefahr eines westlichen Angriffs in Syrien nicht gebannt – trotz noch immer unsicherer Beweise dafür, dass Assad und seine Schergen tatsächlich für den Giftgas-Einsatz verantwortlich sind.

Aber die Bremsen und Kontrollmechanismen funktionieren. Zumindest in Europa. Auch in Großbritannien, dessen Premier Cameron sich bisher in der Syrien-Debatte vor allem als Kanonier und Schwertträger der USA hervorgetan hat. Es ist ein erfreuliches Signal aus London, dass nicht nur die Opposition, sondern auch 30 Abgeordnete aus seinen eigenen Reihen gegen Camerons Kriegsgetrommel und eine Militärintervention in Syrien gestimmt haben. Es war eine schallende Ohrfeige für den Premier, eine Verurteilung der Arroganz der Macht und eine Verneigung vor den Grundwerten und Spielregeln der Demokratie.

Wie es scheint, hat Europa, haben viele europäische Politiker doch aus zwei furchtbaren Weltkriegen und den grausamen Kämpfen im Irak sowie in Afghanistan gelernt: Ein Krieg ist rasch begonnen, aber nur schwer zu beenden. Auch dies lehrt nicht nur der Irak. Außerdem: Es gibt keinen sauberen oder anständig geführten Krieg.

Jeder der bei dem Gasangriff Getöteten ist ein Opfer zu viel, aber: Zwei Jahre lang hat die Internationale Gemeischaft zugesehen, wie Syrien zerstört, Millionen Menschen vertrieben und mindestens 100 000 getötet wurden. Warum drängen einige gerade jetzt auf einen Angriff, und warum mit unbewiesenen Behauptungen? Bleibt zu hoffen, dass das Beispiel London Schule macht – und Bestand hat.

Werner Menner

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Werner.Menner@ovb.net

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