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Dank Haushaltshilfen können viele Senioren zu Hause leben

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Gerade bei jüngeren Senioren dienen Haushaltshilfen vor allem dazu, die eigene Lebensqualität zu verbessern. Foto: Ralf Hirschberger

Um in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, brauchen Senioren oft Hilfe beim Putzen, Bügeln und Wäschewaschen. Verwandte und Bekannte können das oft nicht mehr leisten. Eine immer größere Rolle spielen deshalb bezahlte Haushaltshilfen.

Bochum (dpa) - Rund 99 Prozent aller Senioren wollen so lange wie möglich in ihrem eigenen Haushalt leben. Dabei helfen ihnen inzwischen häufiger bezahlte Haushaltshilfen als Freunde und Verwandte.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Studie im Auftrag der Minijob-Zentrale, für die mehr als 1000 Personen im Alter ab 65 Jahren befragt wurden. Die Minijob-Zentrale ist die zentrale Einzugs- und Meldestelle für alle geringfügigen Beschäftigungen in Deutschland und gehört dem Verbund der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See an.

Der Studie zufolge bekommen heute bereits 40 Prozent der Menschen über 65 Unterstützung im Haushalt. Bei mehr als der Hälfte (53 Prozent) von ihnen übernimmt das eine bezahlte Haushaltshilfe. Etwas weniger (51 Prozent) bekommen Hilfe von Familienangehörigen, Freunden oder Bekannten. Nur eine untergeordnete Rolle spielen professionelle Betreuungskräfte (4 Prozent).

Senioren ließen sich "vor allem bei den Aufgaben helfen, die ihnen viel Mühe bereiten", fasst Heinz-Günter Held, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See das Ergebnis der Umfrage zusammen. Gerne werde Unterstützung vor allem beim Putzen, Bügeln und der Wäsche in Anspruch genommen. Um das Kochen und die Gartenarbeit kümmern sich die Rentner dagegen tendenziell lieber selbst. Kein Wunder: Denn beide Tätigkeiten gehören nach einer früheren Umfrage zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der über 65-Jährigen.

Immerhin jeder fünfte Mensch in Deutschland ist zur Zeit schon über 65 Jahre alt. Doch hat sich das Selbstbild der Senioren im Vergleich zu vorangegangenen Generationen geändert. "Seniorinnen und Senioren zwischen 65 und 79 Jahren wollen aktiv und gesund am Leben teilnehmen und sind selbstbestimmter als frühere Generationen", betont Francois Höpflinger vom Zentrum für Gerontologie an der Universität Zürich in der Studie. Als wirklich "alt" verstünden sich Senioren heute oft erst ab 80.

Gerade bei den jüngeren Senioren dienen die Haushaltshilfen der Umfrage zufolge denn auch häufig vor allem dazu, die eigene Lebensqualität zu verbessern. Die Rentner könnten die Arbeiten durchaus noch selber erledigen, wollten aber mehr Zeit für sich und ihre Familie haben, berichtet Höpflinger. Senioren ab 75 Jahren seien dagegen häufiger auf die Hilfen angewiesen, um noch in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Ihnen falle die Hausarbeit zunehmend schwer.

Auffällig ist, dass die aktive Unterstützung im Haushalt durch Familienangehörige und Freunde der Umfrage zufolge mit zunehmendem Alter der Senioren sinkt. "Erwachsene Kinder sind beruflich bedingt häufiger als früher nicht in der Lage zur Unterstützung oder leben zu weit entfernt", erklärt Höpflinger diesen Trend. Dies führe dazu, dass die Kinder die Aufgaben an Haushaltshilfen delegierten und dann einen Teil oder sogar den Großteil der Kosten übernähmen.

Höpflinger ist überzeugt, dass regelmäßige Hilfeleistungen beim Putzen, Waschen oder Einkaufen für ein selbstständiges Leben im hohen Alter in den kommenden Jahren noch wichtiger werden. Zeitweise könnten Nachbarn oder die Familie diese Aufgaben übernehmen. "Aber bei regelmäßiger Hilfe brauchen die kommenden Generationen an Seniorinnen und Senioren noch mehr Haushaltshilfen", prognostiziert der Seniorenforscher.

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