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Fehlalarm in den Impfzentren 

Panne in NRW: Vermeintliche Biontech-Fälschung jagt Bayerns Behörden Schrecken ein

Biontech-Impfstoff
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Gefälschter Corona-Impfstoff von Biontech? Zum Glück war es nur Fehlalarm (Archivfoto).
  • VonSebastian Horsch
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Sind gefälschte Biontech-Impfdosen in Bayern im Umflauf? Dieses Schreckensszenario bewahrheitet sich zum Glück nicht - doch das System zeigt seine Fehleranfälligkeit.

München – Das erste Alarm-Schreiben geht spät am Abend raus. Am Dienstag um kurz vor 23 Uhr erreicht die bayerischen Impfzentren eine offizielle E-Mail, in der die Koordinierende Stelle Impfstoff „dringend um sofortige Überprüfung der an den Impfzentren vorhandenen Impfstoffe*“ bittet. Gesucht werden möglicherweise gefälschte Dosen des Corona-Impfstoffs Comirnaty der Firma Biontech*, die in größerer Zahl in Rheinland-Pfalz aufgetaucht seien.

Ein schwerwiegender Verdacht, der sich letztlich zum Glück als unbegründet entpuppt. Wie sich am späten Mittwochnachmittag herausstellt, war den Mitarbeitern in der Apotheke eines Impfzentrums lediglich ein Fehler beim Erstellen der Etiketten unterlaufen. In der Folge landete bei 251 Menschen eine Chargennummer im Impfpass, die zu keinem der von Biontech hergestellten Impfstoffe passt – und somit auch von einem Plagiat hätte stammen können.

Simpler Fehler hält einen Tag lang Impfzentren und Ministerien in Atem

Schon dass eine solche Panne passieren kann, lässt erahnen, mit welchem Tempo in Deutschlands Impfzentren gearbeitet wird. Dass ein so simpler Fehler zudem hinter den Kulissen auch noch einen Tag lang Impfzentren und Ministerien in Atem hält, verdeutlicht den Druck, unter dem das System läuft, noch mehr – und zeigt seine Fehleranfälligkeit.

Eine kurze Rekonstruktion: Nach dem nächtlichen Alarm erreicht die Impfzentren schon am Mittwochvormittag die nächste Nachricht. Diesmal warnt das Paul-Ehrlich-Institut. Es geht um den selben Fälschungsverdacht. Die bayerischen Impfzentren haben zu dieser Zeit wohl bereits damit begonnen, in ihren Biontech-Vorräten nach den verdächtigen Chargennummern zu suchen, wie ihnen in der Behörden-Mail aufgetragen wurde. Von einem „Schrecken“ ist die Rede.

Recherchen unserer Zeitung ergeben da allerdings bereits, dass die in der Mail gemachten Angaben so nur zum Teil stimmen können. So hat sich der Vorfall, um den es geht, nicht in Rheinland-Pfalz, sondern in Bielefeld in Nordrhein-Westfalen abgespielt. Rheinland-Pfalz kam von behördlicher Seite wohl nur deshalb ins Spiel, weil dort die Firma Biontech ihren offiziellen Sitz hat. Auch dass tatsächlich gefälschte Impfdosen aufgefunden wurden, lässt sich nicht bestätigen. Stattdessen soll einer Frau, die über eine App Angaben zu ihrer Impfung machen wollte, aufgefallen sein, dass ihre Chargennummer gar nicht existiert.

Bayern ist nicht betroffen von der Fälschung, die es nie gab

Die Indizien häufen sich nun, dass schlicht eine Panne vorliegen könnte. Ein Gerücht geht um, dass bei der Dokumentation womöglich statt der Chargennummer das Ablaufdatum in den Impfnachweis übertragen wurde. Doch bestätigen möchte das zu diesem Zeitpunkt weder die Polizei noch das Bundesgesundheitsministerium in Berlin. Man nehme die Sache ernst, heißt es aus dem Haus von Jens Spahn*. Nun müssten die Behörden klären, was genau vorgefallen ist.

Das bayerische Gesundheitsministerium teilt schließlich am Nachmittag mit, dass die laufenden Untersuchungen der Chargennummern „bislang keine Hinweise auf einen ähnlichen Sachverhalt“ im Freistaat gebracht hätten. Bayern ist also nicht betroffen von der Fälschung, die es nie gab. Denn genau das gibt wenig später die Stadt Bielefeld bekannt. Man bedauere die Scherereien. SEBASTIAN HORSCH - *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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