Nach Video-Podcast der Kanzlerin

Coronavirus: Merkel appelliert an die Nation - auf ungewöhnlichem Weg - internes Gespräch bekannt geworden

Angela Merkel im Bundestag.
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Angela Merkel befürchtet, dass die Corona-Pandemie Deutschland noch lange begleiten wird.
  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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Angela Merkel hat in ihrem Video-Podcast wegen der steigenden Corona-Zahlen erneut an die Deutschen appelliert. Tags darauf zeichnete sie ein düsteres Szenario.

  • Angela Merkel nutzt ihren Video-Podcast am Samstag wieder für einen eindringlichen Appell.
  • Die Corona-Pandemielage habe sich „weiter zugespitzt“.
  • Am Sonntag wurden die Worte der Kanzlerin offenbar rauer.

Update vom 25. Oktober, 19.47 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland ist ernst. Das machte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag in einem Video-Appell einmal mehr deutlich (siehe Erstmeldung). Zuletzt gab es tägliche Neuinfektionen im fünfstelligen Bereich, weswegen nun dringend gegengesteuert werden müsste.

Wie lange die Pandemie Deutschland noch begleiten wird, ist nach wie vor unklar. Am Sonntag soll Merkel im Gespräch mit den Union-Fraktionschefs der Bundesländer äußerst mahnende Töne angeschlagen haben. Wie die Bild berichtet, soll Merkel in einer internen Schalte gesagt haben: „Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor.“

Coronavirus-Appell: Merkel wendet sich an Deutschland - auf ungewöhnlichem Weg

Erstmeldung vom 24. Oktober: Berlin - FDP-Generalssekretär Volker Wissing wünschte sich am Donnerstag über Twitter eine Fernsehansprache von Angela Merkel (CDU*) wegen des andauernden Pandemiegeschehens in Deutschland, Europa und der Welt. Doch Merkel wählt auch an diesem Samstag einen anderen Weg: Wie jede Woche kommuniziert sie über ihre Social-Media-Kanäle. Womöglich möchte sie so auch mehr junge Menschen erreichen, die nicht so häufig fernsehen, aber die immer noch einen großen Teil der aktuellen Corona-Infektionen* ausmachen.

In ihrer Video-Botschaft macht sie noch einmal das deutlich, was auch vergangene Woche die Kernaussage war: Das Gebot der Stunde ist laut Merkel für alle: „Kontakte reduzieren. Viel weniger Menschen treffen.“ Mit Nachdruck spricht sie ihre Zuhörer durch die Kamera an, eindringlich. Man könnte meinen, sie möchte ihre Botschaft es am liebsten noch tausend Mal wiederholen, damit sie auch wirklich jeder versteht.

Corona: Angela Merkel verweist auf die Situation in den Gesundheitsämtern

Denn im Vergleich zur vergangenen Woche habe sich „die Pandemielage noch weiter zugespitzt.“ Es gibt mehr Orte mit so vielen Infektionen, „dass die Gesundheitsämter mit der Kontaktverfolgung nicht mehr mitkommen.“ Erst am Freitag sprach die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker (parteilos), über ihre Situation um die Nachverfolgung in der Stadt. Es sei nicht mehr möglich, alle Kontaktpersonen zu identifizieren und informieren.

Angela Merkel versucht gleichzeitig, den Mut zu behalten: „Wir sind nicht machtlos gegen das Virus. Unser Verhalten entscheidet, wie stark und wie schnell es sich ausbreitet.“ Man werde die Herausforderung bestehen, wenn sich alle an die Hygieneregeln halten.

Angela Merkel in der Corona-Pandemie: „Für mich gilt das, was ich Ihnen letzte Woche gesagt habe“

Die Kanzlerin* weiter: „Ich weiß, eigentlich erwartet man, dass Politiker immer wieder neue Worte finden. Aber für mich gilt das, was ich Ihnen letzte Woche gesagt habe, noch Wort für Wort.“ Und deshalb ruft sie dazu auf, ihre Mitteilung vom 17. Oktober noch einmal anzuschauen, es Freunden und Bekannten vorzuspielen.

Denn, wie sie in dem alten Clip sagte: „Jetzt stehe uns wichtige Monate bevor.“ Die kommenden Tage würden darüber entscheiden, wie wir den Winter und das Weihnachtsfest feiern.

Für solche eindringlichen Worte wird Kanzlerin Merkel auch international immer wieder gelobt. Andere Länder schauen auf die deutschen Zahlen, die im Vergleich bisher häufig niedriger sind als in anderen Staaten von Europa oder anderer Kontinente. Doch auch hierzulande gab es am Samstag lieber einen neuen Höchstwert an Neuinfektionen: Über 14.000 Fälle meldete das Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung überschritt Marke von 10.000. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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