AUF VERMIETUNGSPLATTFORMEN WIE „PAULCAMPER“ BIETEN PRIVATPERSONEN IHRE WOHNMOBILE AN – RUND UM MÜNCHEN GIBT ES ÜBER 3000 ANBIETER

Ein Camper für alle

München – Mit rund zwölf Caravaning-Fans im Jahr teilt Maija Omoruyi, 50, ihren Camper „Varisun“.

Die Münchnerin vermietet den VW T6 Varius über die Vermittlungsplattform „PaulCamper“, die ähnlich wie die bekannte Wohnungsvermietung „AirBnB“ funktioniert. „So ein Bus steht ja doch den ein oder anderen Tag herum. Deshalb haben mein Mann und ich uns dazu entschieden, auf diese Weise die laufenden Kosten zu decken“, sagt sie.

„PaulCamper“, das als Start-up in Berlin gegründet wurde, gibt es seit 2013. Nach Angaben des Gründers Dirk Fehse ist das Portal der größte Anbieter für private Vermietungen in Deutschland. Etwa 2600 Fahrzeuge werden dort angeboten. Das erste Fahrzeug, das man mieten konnte, war Fehses eigener Camper „Paul“, nach dem das Unternehmen benannt ist. 23 000 Vermietungen gab es seitdem, allein 10 000 davon im vergangenen Jahr. Für dieses Jahr rechnet Fehse mit 20 000. „Camping boomt“, sagt der 36-Jährige. „Wir rennen da offene Türen ein.“

Rund um die bayerische Landeshauptstadt können Interessenten neben Omoruyis Camper zwischen vielen weiteren Reisemobilen und Caravans wählen. Gibt man bei „PaulCamper“ als Startort „München“ ein, werden über 3000 Fahrzeuge angezeigt. „Die Vermietung macht zwar Arbeit, aber ich bin vom Konzept überzeugt“, so die 50-Jährige. Zusätzlich zur Präsentation ihres Kleinbusses auf der Internetseite des Start-ups stünden vermehrt Reparaturen an, das Fahrzeug müsse sauber gehalten werden und regelmäßig zur Inspektion. „Das kostet Zeit und Geld. Aber die Vermietung bringt auch viel Freude“, sagt die Münchnerin. Dass es sich bei den Menschen hinter „PaulCamper“ um ein kleines Team handle, mache die Vermietung zusätzlich angenehmer.

Eine weitere Plattform, die mit kommerziellen und privaten Anbietern arbeitet, ist „Campanda“. Von den mehr als 26 000 Campern, die das Berliner Unternehmen in 42 Ländern vermittelt, sind 5500 in privater Hand.

Bisher sind Wohnmobilisten aus Deutschland, Frankreich und den USA darauf vertreten. „Die privaten Fahrzeuge sind günstiger und meist individueller“, erklärt „Campanda“-Gründer Chris Möller. Wie „PaulCamper“ macht auch seine Plattform zurzeit noch keinen Gewinn. Die beiden Gründer rechnen damit aber in den nächsten Jahren.

Maija Omoruyi kann mit der Vermietung von „Varisun“ auf „PaulCamper“ die laufenden Kosten decken. Dass in dem Camper, der ansonsten von dem Ehepaar und seinen beiden Kindern genutzt wird, fremde Menschen übernachten, stört sie nicht. „In einem Hotel übernachten doch auch fremde Leute. Ich sehe das entspannt“, sagt sie. Von Familien mit Kindern über Senioren bis hin zu drei jungen Burschen, die ihren Camper für einen „Männerausflug“ nutzten, hat sie den Kleintransporter schon an viele Caravaning-Begeisterte ausgeliehen.  

marion Neumann mit dpa

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