„Rückgrat der Luftwaffe“ außer Gefecht gesetzt?

Verheerende Lage bei der Bundeswehr? Linke-Politiker macht haarsträubende Zahl publik 

Verteidigungsministerin bei der Luftwaffe
+
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Cockpit eines Eurofighter.

Ist das „Rückgrat“ der deutschen Luftwaffe buchstäblich außer Gefecht gesetzt? Ein Linke-Politiker will über entsprechende Zahlen verfügen. Das Ministerium schweigt.

  • Einmal mehr sind erschreckende Details über den Zustand des Materials der Bundeswehr durchgesickert.
  • Nach Angaben des Linke-Politiker Tobias Pflüger sind 130 von 140 Eurofightern nicht einsatzbereit.
  • Auch weitere Waffensystem sollen problembehaftet sein - das Ministerium schweigt zu den Berichten.

Berlin - Von den 140 Eurofighter-Kampfjets der Bundeswehr sind nach Angaben des Linken-Verteidigungspolitikers Tobias Pflüger derzeit nur zehn Flugzeuge einsatzbereit. Grund seien unter anderem Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung, sagte Pflüger dem ARD-Magazin "Report Mainz" für dessen Sendung am Dienstagabend. Dem Magazin zufolge bestätigte die Angaben auch ein weiterer Verteidigungspolitiker, der aber namentlich nicht genannt werden wolle.

Bundeswehr: „Rückgrat der Luftwaffe“ nicht einsatzbereit? Ministerium schweigt

Das Bundesverteidigungsministerium von Ressortleiterin und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wollte sich laut "Report Mainz" nicht äußern. Man könne "Informationen nicht weitergeben, wenn dadurch grundgesetzlich geschützte Interessen beziehungsweise Rechte berührt beziehungsweise verletzt würden", hieß es demnach auf Anfrage lediglich. 

Im aktuellen Rüstungsbericht des Ministeriums wird der Eurofighter dem Magazin zufolge als "das Rückgrat der Luftwaffe zur Erfüllung der nationalen und der Bündnisverpflichtungen" dargestellt.

Bundeswehr: Grüne und Linke kritisieren Missstände - Hohe Geldbeträge in den Sand gesetzt?

Pflüger verwies demnach auf Probleme auch bei weiteren Waffensystemen. Konkret nannten er sowie der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner die Fregatte F125, Pflüger außerdem den Seefernaufklärer P-3C Orion.

Mit Blick P-3C Orion erklärgte Pflüger dem TV-Magazin: "Dieses Flugzeug hat Tragflächen, die nicht funktionieren und die nachgerüstet werden mussten, inzwischen im Wert von einer halben Milliarde Euro. De facto hat man inzwischen unglaubliches Geld reingesteckt und gleichzeitig wird jetzt gesagt, dass bestimmte Fähigkeiten damit nicht möglich wären."

Die Bundeswehr machte in den vergangenen Monaten reichlich Negativschlagzeilen. Grund waren unter anderem Verdachtsfälle auf rechtsextremistische Umtriebe; auch der Wehrbeauftragte forderte Aufklärung. Zugleich schwelte die Berateraffäre um Ex-Ministerin Ursula von der Leyen (CDU). Zu schaffen macht der Truppe auch das Coronavirus: Die Bundeswehr geht offenbar von einer „Verschärfung der Lage“ aus.

dpa/fn

Kommentare