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Wo ist der Unterschied?

Bundestagswahl 2021: Das steckt hinter Erst- und Zweitstimme

Offzielle und amtliche Stimmzettel zur Bundestagswahl am 26. September 2021
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Offzielle und amtliche Stimmzettel zur Bundestagswahl am 26. September 2021.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Worin liegt der Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme? Hier erfahren Sie alles über das deutsche Wahlrecht und was Sie am 26. September 2021 beachten müssen.

Bei der Bundestagswahl dürfen Sie zweimal abstimmen. Mit der Erststimme wählen Sie den Direktkandidaten aus Ihrem Wahlkreis, diese stehen links auf dem Stimmzettel. Auf der rechten Seite können Sie Ihre Zweitstimme vergeben und wählen indirekt Kandidaten über die Landesliste einer Partei.

Was hat es mit Mehrheits- und Verhältniswahlrecht auf sich?

Der Grund liegt in der deutschen Geschichte. Mit dieser Regelung wollte man erreichen, dass der Bundestag nicht zersplittert wird, wie es im Parlament der Weimarer Republik der Fall war. Damals hatte die große Vielfalt an Parteien zu einer politischen Instabilität geführt. Daher ist das deutsche Wahlrecht ein Kompromiss zwischen Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht.

Mehr News und Infos zur Bundestagswahl finden Sie hier

Konkret heißt das: Bei einer reinen Verhältniswahl erhalten diejenigen Ämter, die entsprechende Stimmen haben. Erhält eine Partei zehn Prozent Stimmen, bekommt sie auch zehn Prozent der Sitze in einem Parlament. Bei einer reinen Mehrheitswahl bekommt nur die Partei mit den meisten Stimmen die Sitze, und zwar jeden. Alle anderen Parteien gehen leer aus.

Beide Varianten haben auch Nachteile, daher entschied man sich für eine Mischform: Die personalisierte Verhältniswahl. Die Erststimmen werden in Deutschland nach dem Mehrheitsprinzip gezählt. Der Wahlkreiskandidat, der die meisten Stimmen bekommt, zieht in den Bundestag ein. Über die Zweitstimme kommt jedoch auch das Verhältniswahlrecht zur Geltung.

Zwar können Sie mit der Zweitstimme keine eigenen Kandidaten wählen, da die Landeslisten eine feste Reihenfolge haben und nicht verändert werden können, jedoch sind die Zweitstimmen ebenso wichtig. Denn nach der Stimmenzahl, die eine Partei bekommen hat, richtet sich die Anzahl der Personen, die für die Partei als Abgeordnete ins Parlament gehen. Besonders kleinere Parteien profitieren von den Zweitstimmen, da sie selten Direktmandate erobern. Aber auch für die größeren Parteien sind Zweitstimmen relevant.

Darum geht‘s bei der Fünf-Prozent-Hürde

Eine Einschränkung gibt es hier aber noch, nämlich die sogenannte Fünf-Prozent-Hürde. Diese gilt nur für die Zweitstimmen. Wenn eine Partei weniger als fünf Prozent aller Zweitstimmen erreicht, zieht sie nicht in den Bundestag ein. Auch diese Regelung über ein Minimum an notwendigen Stimmen hängt damit zusammen, dass man eine Zersplitterung vermeiden will.

Eine deutsche Besonderheit sind die sogenannten Überhangmandate. Das ist dann der Fall, wenn eine Partei bei der Wahl zum Bundestag mehr Direktmandate über die Erststimmen erhält, als ihr Sitze im Bundestag gemäß der Anzahl der Zweitstimmen zustehen. Auf diese Weise wird der Bundestag auch immer größer, was die Anzahl der Mandate angeht.

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