Bündnis fürs Überleben

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Fiat übernimmt Chrysler komplett Von einer Ehe, die im Himmel geschlossen wurde und dann krachend scheiterte – wie einst bei Daimler und Chrysler –, sprach diesmal niemand.

Was Fiat-Boss Sergio Marchionne 2009 eingefädelt hatte, war ein nüchternes Zweckbündnis mit einem bescheidenen Ziel: überleben. Sein Konzern, finanzschwach und allein zu klein, stieg beim insolventen US-Autobauer Chrysler ein. Am ersten Tag des neuen Jahres 2014 brachte Marchionne den Handel mit einer Komplettübernahme unter Dach und Fach.

Die italienisch-amerikanische Partnerschaft erwies sich in ihren ersten Jahren als erstaunlich robust. Chrysler – durch die Insolvenz entschuldet – fasste in den USA wieder Fuß. Am Tropf der Tochter überstand Fiat bislang die Euro-Krise. Das ist mehr, als viele Beobachter erwartet hatten.

Wenn Marchionne nun von einem globalen Automobilhersteller träumt, der „wahrhaft einzigartig“ sei, hängt er die Sache zu hoch. Auf Fiat drückt eine gewaltige Schuldenlast. Die Modellpalette ist überaltet. Und Fiat/Chrysler fehlt der wichtige chinesische Markt. In dieser Verfassung wird der nun siebtgrößte Autokonzern der Welt aus dem Schatten von Toyota, General Motors, Volkswagen und Hyundai nicht herauskommen. Der beschwerlichere Teil des Sanierungswegs steht Fiat noch bevor.

Martin Prem

Sie erreichen den Autor unter

Martin.Prem@ovb.net

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare