ANSCHLAG IN KABUL

Blutige Eskalation

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In Afghanistan erfüllen sich die düsteren Prognosen vieler Sicherheitsexperten.

Die Sicherheitsbehörden stehen den erstarkten Taliban und islamischen Terroristen hilflos gegenüber, wie die jüngste folgenreiche Anschlagsserie zeigt. Kabul spürt diese blutige Eskalation besonders schmerzhaft. Die Frage drängt sich nun auf: Was haben eigentlich die Hilfestellungen des Westens über all die Jahre bewirkt – von der Ausbildung der afghanischen Polizei bis hin zur Präsenz der Isaf-Soldaten? Interne Nato-Studien warnten schon vor Jahren vor übertriebenen Hoffnungen in einem Land, dessen instabile Regierung und anhaltende Korruption nicht gerade die Lage verbessern. Kein Wunder, dass sich Politiker auch aus Deutschland bei Afghanistan-Besuchen nur in Nacht- und Nebel-Aktionen ins Land trauen.

Die Anschlagsserie könnte die Debatte um den Sinn und die Dauer des internationalen Engagements ebenso neu beleben wie auch Einfluss auf die derzeitige Abschiebe-Diskussion haben. Allerdings ist zu fragen, warum Kriminelle, sogenannte „Gefährder“, Islamisten und Identitätsverweigerer unter den Asylbewerbern besondere Rücksichten genießen sollen. Sie stellen in erster Linie eine Gefahr für ihr Gastland dar – und dessen Interessen müssen bei der Abwägung der Entscheidung besonders berücksichtigt werden.

Friedemann Diederichs

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Politik@ovb.net

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