Bitte einmischen!

Reformation und Politik Christen müssen sich einmischen – gerade und vor allem in die Politik.

Das bundesweite Themenjahr „Reformation und Politik“, das in Augsburg eröffnet wurde und auf das Luther-Jubiläum 2017 hindeutet, soll das unterstreichen. Obrigkeit muss hinterfragt werden, sagt die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Bei diesen Worten erinnert man sich zwangsläufig an die vielen Diskussionen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland über die Frage, ob die Protestanten zu politisch seien.

Nachdem die Zahl der Christen in Deutschland (leider) rückläufig ist, müssen sich die evangelischen Mitbürger ebenso wie die Katholiken noch viel klarer zu Wort melden. Nicht ideologisch verbrämt oder geifernd, sondern mit dem Wissen darum, dass das wohl verstandene Christentum eine großartige Grundlage für das Zusammenleben von Menschen sein kann. Vor allem auch mit denen, die sich als nichtgläubig bezeichnen.

Wer von dieser Grundlage aus politisch tätig ist, der müsste in sich einen Kompass spüren, der ihm zeigt, ob sein Handeln in die richtige Richtung geht. Kirchenvertreter dürfen sich nicht nur politisch einschalten, wenn die Richtung nicht stimmt, sie müssen es sogar. Aber nicht parteipolitisch, sondern grundsätzlich im Einsatz für den Menschen. Die Lutherdekade gibt Anstöße für alle – ob evangelisch, katholisch oder muslimisch. Kneifen gilt nicht.

Claudia Möllers

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