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„Neue Phase“

100-Tage-Ziel erreicht: Biden verkündet großen Erfolg im Kampf gegen Corona und spricht über Lockerungen

US-Präsident Joe Biden hält eine Rede.
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US-Präsident Joe Biden sieht sein Land ordentlich aufgestellt im Kampf gegen Covid-19.
  • Andreas Schmid
    vonAndreas Schmid
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Die Impfkampagne in den USA schreitet voran. Präsident Joe Biden hat seine Anpassung des 100-Tage-Ziels erreicht. Im Land darf nun sogar an Lockerungsschritte gedacht werden.

Washington - Lange galten die USA als Pandemie-Problemkind. Das Coronavirus schien sich unkontrolliert über das drittgrößte Land der Erde auszubreiten. Mittlerweile gehen die täglichen Infektionszahlen allerdings wieder zurück. Das liegt insbesondere auch an einem Versprechen, das der neue US-Präsident Joe Biden nicht nur eingehalten, sondern übertroffen hat.

Corona in den USA: Biden erreicht Marke von 200 Millionen Impfungen in 100 Tagen

Biden kündigte zu Jahresbeginn an, man wolle 100 Millionen Corona-Impfungen in seinen ersten 100 Amtstagen durchführen. Weil der Demokrat dieses Ziel vorzeitig erreicht hatte, sollten es 200 Millionen Impfungen im selben Zeitraum werden. Bei seiner - überraschend späten - ersten Pressekonferenz am 25. März stellte Biden die Erfolge der Impfkampagne in den Vordergrund. „Keinem anderen Land“ sei es derart gut gelungen, die Impfungen so stark voranzubringen. Biden lobte, dass vor allem die vulnerablen Gruppen immunisiert werden konnten.

Auch wenn sich die Vereinigten Staaten auf einem guten Weg befinden, sei „weiterhin einiges an Arbeit zu tun“, erklärte der 78-Jährige, der schon im Dezember mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer geimpft wurde. Zu seinem neuen 200er-Ziel meinte Biden: „Ich glaube, wir können das schaffen.“ Zu Beginn kamen die Impfungen in den USA nur schleppend voran. Doch nach dem Machtwechsel im Weißen Haus* nahm die Impfkampagne rasant an Fahrt auf. Biden drehte an vielen Stellschrauben. Er orderte Hunderte Millionen Impfdosen verschiedener Hersteller, spannte die Apotheken im Land als Impfstationen ein und ließ die US-Katstrophenschutzbehörde Massenimpfzentren errichten - mit Erfolg.

Corona in den USA: wie „Shampoo oder Zahnpasta“ - Biden appelliert zum Impfen

Biden schrieb am Donnerstag auf Twitter, diese Schwelle bei den Impf-Zahlen sei nun offiziell überschritten. Nach 90 Tagen im Amt erklärte Biden: „Dies ist eine amerikanische Leistung. Es ist ein kraftvolles Beispiel für Einheit und Entschlossenheit.“ Und es zeige, was das Land schaffen könne, wenn die Menschen gemeinsam ein Ziel verfolgten. Biden hatte diesen Meilenstein in der amerikanischen Impfkampagne bereits bei einem Auftritt am Mittwoch angekündigt und gesagt, jetzt beginne eine „neue Phase“ im Kampf gegen das Virus.

Seit Montag sind alle Amerikaner ab 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren. Der Präsident rief die Menschen auf, nicht zu zögern, sondern sich impfen zu lassen. Die Regierung habe viel getan, um dies einfach zu gestalten: 90 Prozent der Amerikaner lebten inzwischen im Umkreis von fünf Meilen (etwa acht Kilometern) einer Impf-Stelle. Rund 40.000 Apotheken im Land seien in die Impf-Kampagne eingebunden. Viele davon sind in Drogerien untergebracht. Biden appellierte, wer „Shampoo oder Zahnpasta“ kaufen gehe, könne sich bei der Gelegenheit auch gleich impfen lassen.

Corona in den USA: Ein Viertel der Bevölkerung gegen Covid-19 geimpft

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC sind bereits mehr als 26 Prozent der Gesamtbevölkerung in den USA voll geimpft. Im Schnitt bekamen in den USA zuletzt gut drei Millionen Menschen pro Tag eine Impfung, an manchen Tagen mehr als vier Millionen. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen hat demnach mindestens eine Impfspritze bekommen, unter den Älteren ab 65 Jahren sind es bereits mehr als 80 Prozent. Der Fokus richte sich nun darauf, größere Teile der arbeitenden Bevölkerung zu impfen, sagte ein Regierungsvertreter.

Biden hat früh versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen in den USA zu haben. Insgesamt 600 Millionen Impfdosen sicherte sich die Regierung von Moderna* und Biontech/Pfizer* - Präparate mit jeweils zwei Spritzen. Dazu kommen 100 Millionen Dosen von Johnson & Johnson* - einem Impfstoff mit Einmal-Spritze. Das Mittel von Johnson & Johnson wird in den USA derzeit wegen vereinzelter medizinischer Komplikationen nicht gespritzt*. Dadurch solle die Zielsetzung jedoch nicht beeinträchtigt werden.

Corona in den USA: Biden stellt Lockerungsschritte in Aussicht

Angesichts der Impf-Fortschritte im Land hatte der US-Präsident* den Amerikanern in Aussicht gestellt, am Nationalfeiertag am 4. Juli wieder in kleinen Gruppen feiern zu können. „Wir sind weiter auf dem richtigen Weg, um dieses Ziel zu erreichen“, sagte er am Mittwoch. Der Kampf gegen das Virus komme gut voran, doch es gebe noch viel zu tun. Biden rief die Menschen auf, wachsam zu bleiben, weiterhin Masken zu tragen und andere Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Andernfalls könne das Virus* wieder die Oberhand gewinnen.

Nichtsdestotrotz ist die Infektionslage in den USA weitgehend stabil. Seit März werden täglich 40.000 bis 80.000 Neuinfektionen gemeldet. Am Höhepunkt der zweiten Infektionswelle im Winter waren die Zahlen stets dreistellig und überschritten Anfang Januar sogar die Marke von 300.000. Die Vereinigten Staaten weisen mit 569.696 Todesfällen dennoch weltweit die meisten auf (Quelle: Johns-Hopkins Universität, Stand: 22. April, 20.30 Uhr). Zur Wahrheit gehört zudem auch, dass die Pandemie einige Schwächen der USA offengelegt hat: etwa die Unzulänglichkeiten des Gesundheitssystems, die mangelnde soziale Absicherung vieler Amerikaner, Kinderarmut oder die systematische Benachteiligung von Schwarzen und Latinos. Beim Impfen können die Vereinigten Staaten allerdings punkten. (as/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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