9 FRAGEN AN

„Der Bestand hat sich gut erholt“

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Wolfgang Bechtel  F: Jaksch

Wolfgang Bechtel beobachtet für den Landesbund für Vogelschutz (LBV) die Störche rund um den Ammersee.

Wie viele Störche gibt es in Bayern?

Etwas über 500 Brutpaare. Noch in den 80ern waren die Vögel bei uns vom Aussterben bedroht. Der Bestand hat sich gut erholt. Deshalb wurde 2017 auch das „Artenhilfsprogramm Weißstorch“ eingestellt.

Ist Raisting einer der storchenreichsten Orte?

Ja. Es gibt nur ein halbes Dutzend Gemeinden in Bayern, in denen mehr als zehn Brutpaare leben. Aber es kommt nicht nur auf die Zahl der Paare an, sondern auch auf den Bruterfolg. Eine Saison ist erfolgreich, wenn im Schnitt mehr als zwei Junge pro Horst flügge werden.

Das war 2017 in Raisting aber nicht der Fall?

Nein. In 15 Horsten sind nur 14 Jungstörche flügge geworden.

Im Nachbarort Dießen ist man stolz auf ein Paar...

Das Paar hat 2017 drei Junge durchgebracht.

Weichen die Störche von Raisting auf umliegende Dörfer aus?

In Raisting gibt es noch Kapazitäten. In den vergangenen Jahren konnte man südlich von Raisting auf den Feldern noch bis zu 30 Jungstörche und Brutabbrecher beobachten. Die fanden auch genug Futter.

Was ist das Besondere an Raisting?

Das Grünland ringsherum. Die Störche lieben eine offene Landschaft mit waagrechtem Boden. Außerdem sind die Wiesen im Ammerseebecken schön feucht, idealer Lebensraum für Regenwürmer und Mäuse, dem Lieblingsessen der Störche.

Dießen ist doch auch ganz nah an der Futterquelle...

Als Faustregel gilt, dass ausreichend Futterflächen in einem Umkreis von zwei Kilometern sein sollten. Das ist in Dießen nur eingeschränkt der Fall.

Also halten Sie den Nachbarort nicht für ideal?

Dießen liegt zwar eingebettet ins Naturschutzgebiet. Aber dort steht schon im Frühsommer das Gras zu hoch. Doch die Erfolgsgeschichte von letztem Jahr hat mich eines Besseren belehrt.

Also könnte es bald noch ein Storchendorf geben?

Das weiß ich nicht. Aber im Horst im Garten von Franz Sanktjohanser wird sicher gebrütet. Ob die Brut durchkommt, wird man sehen. Es bleibt spannend.

Interview: Aglaja Adam

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