DEUTSCHE BANK KAPPT INVESTMENTBANKING

Besser spät als nie

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Warum erst jetzt? Warum so spät?

Hat Aufsichtsratschef Paul Achleitner dies verhindert? Christian Sewing, neuer Vorstandschef der Deutschen Bank, greift nur gut zwei Wochen nach seinem Amtsantritt durch. Und zwar in der Sparte, die dem größten deutschen Geldhaus seit Jahren die größten Probleme durch Skandale und krumme Geschäfte Strafen in zweistelliger Milliardenhöhe eingebrockt und das Image schwer beschädigt hat. Im Investmentbanking wird massiv gekappt. Endlich!

Hunderte, wenn nicht Tausende werden ihren Hut nehmen müssen – und wohl auch einige von denen, die zuletzt zulasten der übrigen Beschäftigten und der Aktionäre noch satte Boni kassiert haben, obwohl ihre Leistungen insgesamt mäßig waren und auch zum Jahresstart mäßig geblieben sind. 120 Millionen Euro Gewinn und eine Rendite von 0,8 Prozent sind für den Anspruch der Deutschen Bank ein Witz und verdeutlichen, wie tief das Haus im Schlamassel steckt. Als Investmentbank wird sie eher miss- als geachtet, kommt bei wichtigen Kapitalmarktemissionen nicht zum Zug, verliert im Anleihegeschäft an Boden. Insofern ist es nicht nur logisch, sondern zwingend, dass Sewing durchgreift. Warum dies nicht schon früher passiert ist, bleibt sein und Achleitners Geheimnis.

Rolf Obertreis

Sie erreichen den Autor unter

Wirtschaft@ovb.net

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