VORZEITIGER RUHESTAND 

Berlins Polizeichef muss gehen

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Klaus Kandtwird frühzeitig in den Ruhestand versetzt.

Missstände und Pannen: Klaus Kandt stand seit Monaten in der Kritik

Berlin – Nach einer Serie von Ermittlungspannen und Missständen muss Berlins Polizeichef gehen: Klaus Kandt wurde gestern in den Ruhestand versetzt, Innensenator Andreas Geisel (SPD) stellte den 57-Jährigen ab sofort frei. Es müsse eine Kultur her, in der offen über Fehler gesprochen werden könne, sagte Geisel. Kandt habe nicht sein Vertrauen für den Neuanfang.

Fünf Jahre lang war Kandt Chef von rund 22 000 Mitarbeitern. Zuletzt stand er heftig in der Kritik. Für Schlagzeilen sorgte etwa die Polizeiakademie, in der sich Ausbilder über Disziplinlosigkeit von Polizeianwärtern bis hin zu kriminellen Bewerbern beschwert hatten. Seit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Dezember 2016 mit zwölf Todesopfern waren zudem immer wieder Ermittlungspannen ans Licht gekommen. Thema waren auch die womöglich gesundheitsschädlichen Zustände an Polizeischießständen.

Kandt sagte der „Welt“, er sei sehr überrascht. „Meine Behörde ist gut aufgestellt, wir stehen finanziell gut da.“ Er akzeptiere diese „politische Entscheidung“ aber.

Einen Nachfolger soll es bis Mitte April geben. Kommissarisch wird zum 1. März Michael Krömer übernehmen, der Leiter der Polizeidirektion für Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. An der Polizeispitze herrscht dann ein doppeltes Vakuum, denn auch Vizepräsidentin Margarete Koppers geht. Sie leitet ab 1. März die Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Gegen Kandt und sie wird im Zusammenhang mit den Schießständen ermittelt.

FDP und AfD im Abgeordnetenhaus nannten den Wechsel „überfällig“. CDU-Fraktionschef Florian Graf warf der rot-rot-grünen Regierung dagegen vor, Kandt aus politischen Gründen zu entlassen.

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