ANGRIFFE AUF POLIZEI UND FEUERWEHR

Berlins böse Party

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Wenigstens die Berliner Feuerwehr zeigt noch Gefühlsregungen.

Man sei „nachdenklich und betroffen“ über die 57 (!) Angriffe auf Einsatzfahrzeuge in der Silvesternacht, twitterte ein erschrockener Floriansjünger am Neujahrstag. Aus der Berliner Politik sind entsprechende Reaktionen schon lange nicht mehr überliefert. Nicht auf den Skandal, dass in sieben Tagen neun Häftlinge einfach so aus der Justizvollzugsanstalt Plötzensee spazieren können. Und auch nicht auf den Umstand, dass in der Neujahrsnacht im Stadtteil Neukölln wieder zahlreiche Polizisten mit Böllern und Flaschen attackiert wurden.

Was Berlins abgebrühte politische Führung offenbar für die Begleitmusik einer ganz normalen Partynacht hält, ist in Wahrheit der schrille Ausdruck eines schleichenden Zusammenbruchs der staatlichen Ordnungsmacht in der Hauptstadt, den niemand anders als der Berliner Senat zu verantworten hat. Der Kollaps beginnt keineswegs erst, wenn ein Intensivgefährder wie der spätere Terrorist Anis Amri nur an Wochentagen überwacht wird, weil das Personal nicht reicht, um auch am Sonntag auf ihn aufzupassen. Das Problem fängt viel früher an: Die kaputt gesparte Polizei schafft es schon lange nicht mehr, sich dort Respekt zu verschaffen, wo es am dringendsten nötig wäre: in den Problemkiezen, wo tagsüber Drogendealer in den Straßen herrschen und nachts arabische Familienclans. Wo Menschen bei illegalen Autorennen zu Schaden kommen. Und wenn doch mal durchgegriffen wird, lässt die überforderte Justiz die bösen Buben oft wieder laufen. Wundert es einen, dass solche Leute sich einen Spaß daraus machen, auf Polizisten zu spucken?

In Bayern müsste nach einem Skandal wie in der JVA Plötzensee der Justizminister gehen. In Berlin lebt sich’s damit völlig ungeniert, denn der Ruf ist längst schon ruiniert. Blöd nur für den, der als Normalbürger ohne Personenschutz in der Hauptstadt von alles scheißegal leben muss.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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