DESASTRÖSE UMFRAGE-SERIE FÜR CSU – WOHL DREIERBÜNDNISSE NÖTIG

Bayern droht zähe Koalitionssuche

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Hubert Aiwangerwürde bei einer Koalitionmit der CSU wohl Minister

München – Die Bayern sind recht mürrisch über die Regierungen in München und Berlin.

In einer neuen repräsentativen Umfrage äußerten sich 55 Prozent unzufrieden über die Arbeit der Staatsregierung, 61 Prozent über die Bundesregierung, 60 Prozent über Kanzlerin Merkel.

Die GMS-Umfrage im Auftrag von Sat1 sieht die CSU auf 36 Prozent, drei Punkte unter dem Ergebnis der August-Umfrage. Grüne (16), AfD (14), SPD (12), Freie Wähler (7) und FDP (6) wären im neuen Landtag vertreten, die Linke (4) nicht.

Eine Koalition zu formen, würde dann ungewöhnlich schwierig. Die CSU hätte mit den bürgerlichen Parteien FDP und Freie Wähler (FW) jeweils keine Mehrheit im Landtag, nur mit beiden zusammen. Eine Koalition mit mehr als zwei Partnern gab es in Bayern zuletzt 1954 bis 1957 (unter Führung der SPD). CSU-Bündnisse mit der SPD oder mit den Grünen wären möglich, sind in der CSU-Spitze aber unbeliebt.

Fragt man die Wahlberechtigten, können sich 23 Prozent eine Koalition von CSU und FW gut vorstellen. Es folgen Grüne (21), SPD (17) und FDP (13). Von den CSU-Anhängern bevorzugen 27 Prozent die FW des Landes- und Fraktionsvorsitzenden Hubert Aiwanger als Partner, 19 Prozent die FDP. Schwarz-Grün (10) liegt ganz hinten.

Ein großer Unsicherheitsfaktor: Gut einen Monat vor der Wahl sind nur 37 Prozent sicher, dass und wen sie wählen. Heute folgt die nächste Umfrage: Der BR stellt den „Bayerntrend“ vor. Im Landtag wird bereits von einem „Paukenschlag“ für die CSU unter 36 Prozent geraunt und einem weiteren Absturz der SPD; es gebe eine noch unübersichtlichere Lage.

Ministerpräsident Markus Söder verwies wiederholt auf bundespolitische Ursachen für das Tief. Er will, vor allem auf dem Parteitag am Samstag in München, die Wortwahl gegenüber der AfD verschärfen. Aiwanger sagte indes unserer Zeitung, es sei ein Unverhältnis, dass die meisten Bayern offenbar eine Regierungsbeteiligung seiner Partei wollten, „die meiste Aufmerksamkeit bekommen aber Parteien, die laut schreien und wenig leisten“. C. Deutschländer

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