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Atomabfall

Atommüll-Endlager an Grenze zu Deutschland: Auch Kritik aus der Schweiz – „Wirkt unseriös“

as schweizerische Kernkraftwerk Leibstadt nebst Kühlturm.
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Die Schweiz will ihren Atommüll künftig an der Grenze zu Deutschland lagern.

Ein Schweizer Atommüll-Endlager soll an der deutschen Grenze stehen. Das Lager nahe der Gemeinde Hohentengen in Baden-Württemberg ist ab 2050 einsatzbereit.

Update vom 11. September, 10.08 Uhr: Nicht nur das Bundesumweltministerium ist skeptisch bei der jüngsten Schweizer Atomendlager-Entscheidung. Auch auf der anderen Seite der Grenze gibt es Kritik. Die ausgewählte Region Nördlich Längern war vor einigen Jahren als eher nicht geeignet eingestuft worden, wie die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) mitteilte. Genauer erläutern will die Nagra dies am Montag (12. September).

Die sozialdemokratische Schweizer Politikerin Astrid Andermatt sprach von einer schockierenden Vorstellung. Sie engagierte sich jahrelang in dem Verein „Nördlich Lägern ohne Tiefenlager“. „Die Nagra hat offenbar mitten im Verfahren die Kriterien anders gewertet“, sagte Andermatt der Zeitung Der Landbote. „Das wirkt unseriös.“

Atommüll-Endlager an Grenze Deutschlands: Umweltministerium reagiert

Update vom 10. September, 20.10 Uhr: Das Bundesumweltministerium hat die Entscheidung der Schweiz für ein Atommüll-Endlager direkt an der Grenze zu Deutschland als Belastung für die betroffenen Gemeinden bezeichnet. Die grenznahe Lage des geplanten Standorts beim baden-württembergischen Ort Hohentengen am Hochrhein „stellt sowohl in der Errichtungsphase als auch beim Betrieb des Endlagers für diese und umliegende Gemeinden eine große Belastung dar“, sagte Christian Kühn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium und Bundestagsabgeordneter aus Baden-Württemberg, am Samstagabend.

„Ich setze mich bei der Schweiz dafür ein, dass die bisherige gute Einbindung der deutschen Nachbarn fortgesetzt wird.“ Gleichzeitig betonte Kühn, dass es „richtig und wichtig“ sei, dass die Geologie das entscheidende Kriterium für die Standortwahl eines Endlagers ist.

Schweiz will Atommüll-Endlager nahe der Deutschen Grenze bauen

Erstmeldung vom 10. September:

Bern/Hohentengen - Die Schweiz will ihr Endlager für Atommüll an der Grenze zu Deutschland wenige Kilometer südlich der deutschen Gemeinde Hohentengen bauen. Das teilte die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) am Samstag (10. September) mit.

Atommüll-Endlager nahe Deutschland: Über 9.000 Kubikmeter hoch radioaktive Abfälle

Die ausgewählte Region Nördlich Längern liegt teilweise in Sichtweite von Ortschaften im baden-württembergischen Hohentengen. Dort sollen die Abfälle in mehreren hundert Metern Tiefe in Opalinuston, einer Steinformation in Süddeutschland, eingebettet werden. „Die benötigte Einschlusszeit beträgt bei hochaktiven Abfällen etwa 200.000 Jahre und bei schwach- und mittelaktiven Abfällen rund 30.000 Jahre“, heißt es auf der Webseite der Nagra.

Konkret geht es um etwa 9.300 Kubikmeter hoch radioaktive Abfälle und 72.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Sie stammen aus den einst fünf Schweizer Atomkraftwerken sowie aus Medizin und Industrie. Vier Atomkraftwerke laufen noch. Sie sollen nicht ersetzt, dürfen aber betrieben werden, solange ihre Sicherheit gewährleistet ist. Das kann bis in die 2040er Jahre gehen. In Deutschland wird noch über eine Laufzeit-Verlängerung der Atomkraftwerke diskutiert.

Schweiz lagert Atomabfälle nahe Deutschland - Gemeinden sorgen sich um Trinkwasserversorgung

Die deutschen Gemeinden in Grenznähe beschäftigt vor allem die Frage der Trinkwasserversorgung. „Wir haben überall Trinkwasserbrunnen, wir haben Aare und Rhein in der Nähe. Die Frage nach dem Trinkwasserschutz ist eine große Sorge der Bevölkerung“, sagt Martin Steinebrunner von der Deutschen Koordinationsstelle Schweizer Tiefenlager (DKST) beim Regionalverband Hochrhein-Bodensee.

Unklar ist außerdem noch, wo die Verpackung zur Endlagerung stattfinden soll. Derzeit liegen die Abfälle in einem Zwischenlager für atomare Abfälle in Würenlingen, rund 15 Kilometer südlich der baden-württembergischen Gemeinde Waldshut-Tiengen. Auch in Deutschland gehen Experten und Politiker auf die Suche nach einem Endlager für Atomabfälle.

Atommüll-Endlager nahe Deutschland: Inbetriebnahme ab 2050

Die Nagra will bis 2024 ein Baugesuch einreichen. Danach entscheidet die Regierung über die Bewilligung, das Parlament muss den Beschluss genehmigen. Darüber kann in der Schweiz aber eine Volksabstimmung durchgesetzt werden. Die würde voraussichtlich nicht vor 2031 stattfinden. Wird der Beschluss nicht abgelehnt, beginnt dann der Bau. Die mehrjährige Einlagerung begänne etwa 2050. Das Lager würde dann über einige Jahrzehnte beobachtet. Rund 100 Jahre später, etwa 2125, soll es endgültig versiegelt und die Bauten an der Oberfläche abgebaut werden. (dpa)

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