NORDKOREAS DIKTATOR SIEHT SEIN LAND FÜR NUKLEAREN KRIEG MIT USA GEWAPPNET

Kim hat Atomknopf auf dem Schreibtisch

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Gewohnt markige Worte: Kim Jong Un. Foto: rts

Kim Jong Un feiert sich und sein Land für die Fortschritte bei Nordkoreas Atomprogramm. Zum neuen Jahr droht er den USA mit Atomwaffen.

Von Dirk Godder

Pjöngjang/Seoul – Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un sieht sein Land für einen Atomkrieg gegen die USA gewappnet. Der „Atomwaffen-Knopf“ sei immer auf seinem Schreibtisch, sagte Kim in seiner Neujahrsansprache. Die USA sollten wissen, dass ihr gesamtes Territorium in Reichweite nordkoreanischer Atomwaffen sei. „Das ist Realität, keine bloße Drohung“. Kim brüstete sich mit Fortschritten im Atomwaffenprogramm des Landes. Die USA könnten „niemals einen Krieg gegen mich und unser Land führen“, betonte er. Nordkorea habe 2017 sein Ziel erreicht, den Aufbau einer Atomstreitmacht abzuschließen.

Ähnlich hatte sich Kim nach dem Test einer Interkontinentalrakete (ICBM) vom Typ Hwasong-15 Ende November geäußert. „Wir müssen Atomsprengköpfe und ballistische Raketen in Serie produzieren und ihre Stationierung beschleunigen“, kündigte Kim jetzt an. Die Waffen würden allerdings nur eingesetzt, falls Nordkorea seine Sicherheit bedroht sehe.

US-Präsident Donald Trump reagierte zunächst nur am Rande auf die Äußerungen Kims: „Wir werden sehen“, sagte er vor Journalisten in seinem Wochenenddomizil Mar-al-Lago in Florida.

Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hat sich im vergangenen Jahr nach zahlreichen Raketentests einschließlich dreier ICBM-Tests durch das Land und einem weiteren Atomtest im September zugespitzt. Trump und die isolierte Führung in Pjöngjang lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch, der weltweit die schlimmsten Befürchtungen auslöste. Trump hatte mehrfach mit Gewalt gedroht, sollte Nordkorea seine Drohungen fortsetzen. Pjöngjang wirft Washington eine feindselige Politik vor. Nordkoreas Ziel ist es, als Atommacht anerkannt zu werden.

Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte dem Verbündeten USA vorgeschlagen, die gemeinsamen Frühjahrsmanöver ihrer Streitkräfte wegen der Olympischen Spiele und der Paralympischen Spiele im März zu verschieben. Eine Entscheidung der USA steht noch aus. Südkorea hält derzeit nach Medienberichten ein weiteres ausländisches Schiff unter dem Verdacht fest, heimlich Mineralölprodukte auf ein nordkoreanisches Schiff umgeladen zu haben. Eine UN-Resolution verbietet den Handel mit Nordkorea von Schiff zu Schiff.

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