CDU-Politiker in der Kritik

Laschet auf 2000-Mann-Feier in Sachsen: Heftige Kritik, doch NRW-Ministerpräsident hat einfache Erklärung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Sachsens Ministerpräsident Kretschmer stehen während einer Jubiläums-Feier des Freistaats Sachsen auf der Bühne und reden.
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Armin Laschet (l.) mit Sachsens Ministerpräsident Kretschmer während der Jubiläums-Feier.
  • vonKai Hartwig
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Das Bundesland Sachsen feierte seine 30-jährige Wiedergründung. Mit dabei: CDU-Politiker Armin Laschet. Nun wehrt er sich gegen Kritik an seiner Teilnahme.

  • Zu Ehren seines Ministerpräsidenten-Kollegen Kretschmer besucht NRW-Landesvater Laschet eine Veranstaltung in Sachsen.
  • Bei den Feierlichkeiten sind 2000 Menschen anwesend.
  • Nun steht der CDU-Vize in der Kritik - aber Laschet weist diese von sich.

Aue - Mit seinem Besuch in Sachsen anlässlich der 30-Jahr-Feier des Freistaats hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU*) für großen Wirbel gesorgt. Bei einem Festkonzert mit insgesamt 2000 Gästen im Stadion des Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue, das Sachsen zu seinem 30-jährigen Bestehen seit der Wiedergründung 1990 abhielt, war auch der Christdemokrat aus dem Westen zu Gast.

In Zeiten der Corona-Pandemie* kam dies nicht bei allen gut an. Laschets Teilnahme sorgte bereits im Vorfeld für Kritik. Denn im Bundesland des Landesvaters von Nordrhein-Westfalen, der möglicherweise einen sehr berühmten Vorfahren hat, gelten aktuell deutlich strengere Corona-Regeln für Großveranstaltungen, als in Sachsen.

Doch Laschet sieht genau darin ein Argument, seinen Besuch bei CDU-Parteikollege Michael Kretschmer zu rechtfertigen. Die Corona-Regeln in Sachsen seien schlicht anders als in NRW, die Zahl der vom Virus betroffenen Menschen ebenfalls. „Die Infektionszahlen* in Sachsen sind andere als in Nordrhein-Westfalen“, befand Laschet am Samstag beim Besuch eines Schaubergwerks mit dem sächsischen Regierungschef Kretschmer bei Schwarzenberg im Erzgebirgskreis.

Armin Laschet bei 2000-Mann-Feier in Sachsen - SPD-Politiker üben scharfe Kritik

Das sieht die Opposition in Nordrhein-Westfalen unterdessen anders. „Wie glaubwürdig ist ein Ministerpräsident, der in seinem Bundesland Wasser predigt und Großveranstaltungen untersagt, aber selbst auf einer Party mit 2000 Gästen in Sachsen Geburtstagswein trinkt?“, fragte sich der nordrhein-westfälische SPD*-Fraktionschef Thomas Kutschaty.

Sein Parteivorsitzender pflichtete Kutschaty bei. Gegenüber der Bild am Sonntag sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans: „In Zeiten wie diesen erwarten die Menschen von der Politik Orientierung und nicht ein Verhalten nach dem Motto: zu Hause verbiete ich das Feiern, aber ich selbst bin dann mal weg - dahin, wo es erlaubt ist.“

Der Vorsitzende der Sozialdemokraten bemühte einen Vergleich. „Laschets Verhalten erinnert mich an den Vater, der seinen Kindern mit einer Kippe im Mund erklärt, wie ungesund das Rauchen ist“, meinte Walter-Borjans weiter.

In Armin Laschets Heimatstadt Aachen könnte es bei der Kommunalwahl in NRW zu einer symbolischen Niederlage kommen.

Ministerpräsident Armin Laschet hofft auf Verständnis der Bevölkerung in NRW

Während Laschet in Sachsen die weniger strengen Corona-Vorgaben in Anspruch nehmen konnte, musste er in seinem Bundesland die nordrhein-westfälischen Bürger auf die nächste schlechte Nachricht im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vorbereiten.

Die Karnevalssaison, die traditionell ab 11. November losgeht, droht auszufallen. „Ich glaube, dass die allermeisten Menschen in diesem Jahr Verständnis für die Absage von Karnevalsveranstaltungen haben würden“, hofft der Ministerpräsident im interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger (Montagsausgabe). (kh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Video: CDU-Politiker Laschet fordert harte Strafen für Quarantänebrecher

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