Apples schöner Schein

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18 Milliarden Dollar Quartalsgewinn. Das hippste Unternehmen der Welt scheffelt auch die größten Profite.

18 Milliarden Dollar hat Apple zuletzt verdient. Im Quartal. Das ist der höchste Dreimonats-Gewinn in der Wirtschaftsgeschichte. Mit ihrem Erfindergeist, aber auch ihrer unübertroffenen Marketingkunst haben die Kalifornier das IT-Universum revolutioniert und die Weltwirtschaft angekurbelt. Respekt dafür.

Bevor es manchen verzückten Apple-Jüngern jetzt die Tränen der Rührung in die Augen treibt: Noch schöner wäre es, wenn der sich gern weltverbesserisch gebende Konzern auch brav seine Steuern zahlen würde in den Ländern, in denen er seine Produkte absetzt und deren Infrastruktur er nutzt. Doch da werden die großen Visionäre aus dem Silicon Valley plötzlich kleine Krämerseelen. Mit demselben Eifer, mit dem Tim Cook & Co. an ihrem iPhone tüfteln, haben sie Steuerschlupflöcher in Irland, Luxemburg und sonstwo aufgespürt und ihre Steuerlast gegen Null minimiert. So schamlos, dass sogar die verschnarchte EU aufwachte und ein Verfahren gegen die Steuerpreller einleitete.

Schade, dass die Gurus aus Kalifornien das nötig haben. Apple, das ist nicht nur das strahlende Gesicht einer schönen neuen IT-Welt. Sondern auch die hässliche Fratze einer kapitalistischen Plutokratie, die sich über den demokratischen Rechtsstaat erhebt, in dem jede Kassiererin ihre Steuern auf den Cent genau entrichten muss. Der schmale Rest reicht ihr vielleicht für ein iPhone. Oder auch nicht.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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