Ankara: Keine islamische Verfassung

Istanbul – Die türkische Staatsführung hat sich öffentlich von der Forderung des Parlamentspräsidenten Ismail Kahraman nach einer islamischen Verfassung distanziert.

Spekulationen diesbezüglich seien unangebracht, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vor Mitgliedern der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP gestern in Ankara. Auch im neuen Verfassungsentwurf werde „der Grundsatz des Säkularismus vertreten sein, der den Individuen Religions- und Glaubensfreiheit zusichert“, sagte er. Die Verfassung werde zudem garantieren, dass „der Staat den gleichen Abstand zu allen Glaubensgruppen hält“. Auch der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte sich zuvor von den Äußerungen Kahramans distanziert. Kahraman habe nur seine „persönliche Meinung“ geäußert, sagte Erdogan Anadolu zufolge bei einem Besuch in Zagreb. Der türkische Staat halte die gleiche Distanz zu allen Religionen. „Das ist Säkularismus.“

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