Um Matteo Salvini zu stoppen

Empörung über angeblichen Merkel-Anruf in Italien - sie soll brisante Forderungen gestellt haben

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Italiens Medien sind in Aufruhr über einen angeblichen Anruf der Kanzlerin.
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Einem italienischen Medien-Artikel zu Folge soll Angela Merkel mit einem fordernden Anruf in die italienische Regierungsbildung eingegriffen haben. Was steckt dahinter?

Italien ist für seine vielen Machtwechsel bekannt, doch der letzte dürfte mitunter zu den spektakulärsten gehören. Denn Matteo Salvini hat sich mit seiner Lega Nord selbst ins politische Aus geschossen und siecht nun auf der Oppositionsbank dahin. Während sich die aufgeheizte Stimmung an politischer Front so langsam beruhigt, fanden die italienischen Medien ein anderes Empörungsthema: Angela Merkel soll laut einem Zeitungsbericht bei der Partito Democratico (PD) angerufen und eine klare Forderung gestellt haben.

Merkel in Italien in der Kritik: Hat sie die Koalitionsbildung Contes beeinflusst?

Die linksliberale Zeitung La Repubblica hat einen Artikel veröffentlicht, der das angebliche Merkel-Telefonat thematisiert. So soll die Kanzlerin im persönlichen Gespräch mit einem hochrangigen Politiker gefordert haben, die Regierung zwischen der Fünf-Sterne-Bewegung und der Partito Democratico unter dem parteilosen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte unter allen Umständen zu bilden. Das hintergründige Ziel soll gewesen sein, Matteo Salvini und die Lega zu stoppen.

Wäre die aktuelle Regierung in Italien nicht zustande gekommen, könnte das politische Bild in dem krisengeschüttelten Land heute ganz anders aussehen. Lega-Chef Salvini hatte die ursprüngliche Regierung mit einem eigennützigen Ziel platzen lassen: Er wollte Neuwahlen provozieren und strebte durch diese einen deutlichen Machtgewinn für die in Italien beliebte Lega an. Doch es kam ganz anders, die aktuelle Koalition unter Conte fand zusammen und die Lega musste sich mit dem Oppositionsplatz zufriedengeben. Mittlerweile ist wieder Ruhe eingekehrt und das Regierungs-Chaos in Italien scheint beendet.

Italien: Angebliches Merkel-Telefonat für Italiens Medien ein gefundenes Fressen

Das angebliche Telefonat von Merkel mit der Partito Democratico ist für Italiens Medien dementsprechend gefundenes Fressen. Denn die Partei war für ihre Konflikte mit der Fünf-Sterne-Bewegung bekannt, die Koalition zu bilden war für Conte daher ein Kraftseilakt. Gerade auch rechte Medien in Italien wittern hinter einem solchen Telefonat eine Verschwörung von linken Kräften - und sehen sich auch in der These des zu mächtigen Deutschlands bestätigt.

Merkel-Telefonat: Bundespresseamt äußert sich und bezieht Stellung

Der Ursprungsartikel der La Repubblica führt für die aufgestellten Vorwürfe allerdings keine Beweise an. Wie der Focus berichtet, hat auf Nachfrage auch das Bundespresseamt Stellung bezogen und negiert die Aussagen der italienischen Zeitung: „Wir haben diese Berichte zur Kenntnis genommen und können diese ausdrücklich nicht bestätigen. Im Übrigen hat ein solches Telefonat nicht stattgefunden“, heißt es laut einem Regierungssprecher. 

Im gleichen Zuge muss sich Merkel neuen Gerüchten um ihr Verhältnis mit Annegret Kramp-Karrenbauer stellen - hat die neue Verteidigungsministerin einen Putsch gegen die Bundeskanzlerin geplant? Aktuell dürften Merkel aber andere Dinge beschäftigen. Bei einem Besuch auf der Kanzlerin auf der IAA kam es zu einem Schreckmoment, als ein Mann auf die Bühne stürmen wollte und im Bundestag wurde sie während der Generaldebatte kürzlich harsch kritisiert.

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