Alarm, Alarm

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Nachhilfe für Schüler boomt. Es gibt kaum einen Befund aus unserer schönen Bildungslandschaft, der nicht sogleich zu Alarmismus höchster Stufe anregt.

Der neueste Aufreger: Jedes siebte Kind zwischen 6 und 16 nimmt einer Elternbefragung zufolge Nachhilfe. Gewiss, diese Zahl ist hoch. Trotzdem ist Nachhilfe nicht per se zu verteufeln. Man muss schon differenzieren. Schlimm wäre es, wenn Nachhilfe schon in der Grundschule weit um sich griffe. Dem ist aber nicht so – laut Befragung haben „nur“ fünf Prozent der Grundschüler bundesweit Nachhilfe. Am höchsten ist der Anteil der Nachhilfeschüler bei den Gymnasiasten (18 Prozent). Dieser Befund wiederum könnte zu der Ansicht verleiten, dass viele Gymnasiasten den vermeintlichen Abstieg Richtung Realschule nur durch flächendeckende Nachhilfe vermeiden. Auch das ist aber zu kurz gedacht. Die Studie zeigt, dass nicht so sehr potenzielle Sitzenbleiber Nachhilfelehrer engagieren, sondern Schüler, die ihre mittelprächtigen Noten verbessern wollen.

Nachhilfe wäre nur dann nicht notwendig, wenn die oft versprochene individuelle Förderung an den Schulen wirklich im Wortsinn konsequent umgesetzt würde, Lehrer also Zeit hätten, sich um das einzelne Kind mehr als nur minutenweise zu kümmern. Das jedoch ist Utopie und wird Utopie bleiben.

Dirk Walter

Sie erreichen den Autor unter

Dirk.Walter@ovb.net

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