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BAYERNS LANDTAGSABGEORDNETE DOMINIEREN BUNDESWEITE RANKINGS FÜR AUSKUNFTSPFLICHTIGE NEBENEINKÜNFTE

812 000 Euro neben der Abgeordneten-Diät

München – Die Lerchenfelds sind gut im Geschäft.

Vor Kurzem machte Philipp Graf von und zu Lerchenfeld Schlagzeilen als Bundestagsabgeordneter mit den höchsten Nebeneinkünften: mindestens 1,15 Millionen Euro zwischen Herbst 2013 und Sommer 2015. Auch unter den deutschen Landtagsabgeordneten stellen die Lerchenfelds den Top-Verdiener. Laut Auswertung des „Spiegel“ führt Ludwig Freiherr von Lerchenfeld, weitläufiger Verwandter Philipps und bayerischer Abgeordneter, die Liste an.

Das Magazin hat die veröffentlichungspflichtigen Nebeneinnahmen aller Landtagsabgeordneten zusammengetragen. Der Oberfranke Lerchenfeld kam 2016 auf 812 000 Euro. Im Jahr davor kam er mit seinem forstwirtschaftlichen Betrieb sogar auf mindestens 966 000 Euro. Wenngleich von den Summen offenbar noch beträchtliche Kosten für den Betrieb abgezogen werden müssen.

Bayern ist auch sonst äußerst gut vertreten. 2016 belegten CSU-Politiker aus dem Maximilianeum die Top 3. Auf Rang zwei kam der oberbayerische Bezirkschef des Bauernverbandes, Anton Kreitmair (321 000 Euro) aus Altomünster (Landkreis Dachau). Platz drei belegte der Rechtsanwalt Ernst Weidenbusch aus Haar (274 000 Euro). Auf dem 5. Rang landete dessen Berufskollege Harald Schwartz (CSU) aus der Oberpfalz (262 000 Euro). Als Elfter taucht der Erlangener Walter Nussel auf, den Ministerpräsident Horst Seehofer gerade zum Beauftragten für Bürokratieabbau ernannt hat. 2015 waren sogar sechs Bayern in den Top 10. Ex-Justizminister Alfred Sauter (325 000 Euro), Rechtsanwalt, kam auf Platz 5. Einzige Nicht-CSUlerin: die niederbayerische Unternehmerin Jutta Widmann (114 000 Euro), Freie Wähler.

Kritiker befürchten, dass das Mandat leidet. Es sei nicht nachvollziehbar, wie man als Abgeordneter noch einen Nebenjob haben könne, meinen sie. Zudem kämen zum Beispiel Landwirte in Interessenkonflikte, wenn sie im Landwirtschaftsausschuss säßen.

Abgeordnete weisen das zurück. Seine Rechtsanwaltskanzlei habe er vor seiner Mandatszeit aufgebaut, sagt etwa Weidenbusch. Früher habe er dort bis zu 100 Stunden in der Woche gearbeitet. Nun arbeite er noch immer 85 Stunden – aber nur einen kleinen Teil in der Kanzlei. Von den Einnahmen gingen außerdem noch die Kosten für den Kanzleibetrieb ab. Auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) kann keinen Nachteil in der großen Zahl an Top-Verdienern erkennen. „Ich bin für jeden Selbstständigen dankbar, der noch im Parlament ist“, sagt sie. Sie brächten Sachverstand mit, auf den der Landtag schwer verzichten könne. Til Huber

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