Pegel stieg auf knapp acht Meter

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- Mühldorf (sb) - Das Jahrhundert-Hochwasser hat auch die Stadt Mühldorf nicht verschont. Der Pegel des Inns stieg am gestrigen Mittwoch um 9.30 Uhr auf die Rekordhöhe von 7,99 Meter. Das sind 33 Zentimeter mehr als beim Jahrhundert-Hochwasser 1985. 

Rund 1200 Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen kämpften im Landkreis über 30 Stunden gegen das Hochwasser an.

Landrat Georg Huber hat am vergangenen Dienstag seinen Urlaub abgebrochen und übernahm die Einsatzleitung im Mühldorfer Landratsamt. Die stetig steigenden Pegel des Inns führten vergangenen Dienstag um 21.49 Uhr dazu, dass Landrat Georg Huber den Katastrophenfall erklärte. "Angesichts der Prognosen des Wasserwirtschaftsamtes über den voraussichtlichen Höchststand des Inns und der damit verbundenen Katastrophe blieb mir keine andere Wahl", erklärte der Landrat.

Die gesamten Einsätze im Landkreis Mühldorf wurden von der Führungsgruppe des Katastrophenschutzes im Mühldorfer Landratsamt koordiniert, die unter der Leitung von Abteilungsleiter Herbert Hoch stand. Auch die Mitglieder dieser Führungsgruppe haben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch keine Stunde Schlaf gefunden.

Gefährdet durch das Hochwasser in Mühldorf waren die Firma ODU, die Bewohner der Innauenstraße und Teile der Lände am Innfußweg. Gegen 5.45 Uhr am gestrigen Mittwoch überflutete der Inn die Gärten, Keller und Teile der Häuser in der Innauenstraße. Die Stadtwerke Mühldorf schalteten den Strom ab. Die in der Nacht von Feuerwehr und THW errichteten Sandsackbarrikaden hielten den Wassermassen nicht stand. Die Zusammenarbeit zwischen den Hilfskräften und den Anwohnern lief ohne Probleme ab.

Verstärkt wurden die örtlichen Feuerwehren am gestrigen Mittwoch gegen 6 Uhr auch durch Soldaten der Bundeswehr, die aus Reichenhall nach Mühldorf abkommandiert wurden.

Landrat Georg Huber und Bürgermeister Günther Knoblauch informierten sich die ganze Nacht vor Ort über die Entwicklung. Der Mühldorfer Bürgermeister und der Krisenstab sorgten dafür, dass Feuerwehr und THW am Innfußweg in der Lände einen Sandsackwall errichteten, der den Wassermassen Stand hielt und schlimmere Schäden verhinderte.

Kritisch war die Lage bei der Firma ODU. Die Einsatzkräfte sicherten die Trafostation und das Betriebsgebäude mit Sandsäcken ab. Kreisbrandrat Karl Neulinger und Mühldorfs Feuerwehrkommandant Günther Starzengruber, die beide, wie weitere über 1000 ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr und THW aus dem ganzen Landkreis, die gesamte Nacht im Einsatz waren, sorgten dafür, dass die Chemikalien aus dem Keller der Firma ODU gesichert oder andersweitig gelagert wurden. Das eingedrungene Grundwasser im Betriebsgebäude der Firma ODU wurde von den Wehren abgepumpt.

Weitere gefährdete Punkte waren die B12 bei der Einmündung des Altmühldorfer Baches. Dort wurde mit Kiesschüttungen die Fahrbahn geschützt. Durch diese Maßnahme konnte eine Sperrung der B12 verhindert werden. Auch die Absicherung der Tankstelle an der Einfahrt zur Stadt Mühldorf konnte erfolgreich gestaltet werden.

Die Einsatzkräfte haben sich in den schweren Stunden der Flutkatastrophe besonders bewährt. An vier Stellen wurden Sandsäcke gefüllt, die durch die Lastwägen der Feuerwehren, des THW, des Mühldorfer Stadtbauamts, des Kreisbauhofs und der Bundeswehr im Pendelverkehr zu den neuralgischen Punkten gefahren wurden. Dort standen die Helfer bereit, um Dämme zu errichten, Haus- und Kellereingänge zu schützen und weitere Schäden abzuwenden. Die 12000 Sandsäcke der Stadt Mühldorf wurden in den beiden letzten Tagen alle benötigt. "Die Einsatzkräfte tun ihr Möglichstes und leisten seit zwei Tagen hervorragende Arbeit", resümierten Herbert Hoch und Michael Stadlmann vom Landratsamt die gestrige Situation.

Gegen 11.30 Uhr am gestrigen Mittwoch ließen leicht sinkende Pegelstände die Lage in Mühldorf besser werden. Trotz dieser günstigen Prognosen wollte das Landratsamt am gestrigen Mittwoch noch keine Entwarnung geben.

"Ich bin froh, dass wir rechtzeitig mit den Vorbereitungen begonnen und die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig informiert haben. Mein besonderer Dank gilt allen, die mitgeholfen haben, diese Flutkatastrophe in Mühldorf so gut zu bewältigen", erklärte Bürgermeister Günther Knoblauch.

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