Ordenstausch mit Walzer-Finale

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Kolbermoor - So viele Prinzenpaare auf einmal gibt es nur selten zu sehen - 66 Tollitäten aus 33 verschiedenen Orten Südbayerns kamen zum Prinzenpaar-Treffen nach Kolbermoor.

Oberstes Ziel der "Hoheiten" lautete: Möglichst viele Faschingsorden tauschen und sammeln. Höhepunkt der Veranstaltung war der gemeinsame Walzertanz.

Spaziergänger staunten am Mittwochabend bereits beim Anblick der vielen ungewöhnlich dekorierten Autos, die rund um das Gasthaus Mareis in Kolbermoor standen. Die meisten hatten große blinkende Krönchen oder kunterbunte Narrenkappen auf dem Dach. Nacheinander betraten dann Faschingspaare aus ganz Südbayern mit den Delegationen ihres Hofstaates festlich zurechtgemacht die Gaststätte.

Das Programm dauerte fast drei Stunden, ausgelassene Feierstimmung kam dabei aber kaum auf. Dafür ging es sehr würdevoll zu. Jedes der 33 Prinzenpaare wurde nacheinander auf der Bühne vorgestellt.

Unter den vielen Abordnungen der Gilden und Garden befand sich auch Wolfgang Schimmer, Präsident des Landesverbandes Oberbayern im Bund Deutscher Karneval. Zum 17. Mal finde ein derartiges Treffen statt, erzählte er, und immer sei es ein ganz außerordentliches Ereignis für die Prinzenpaare. "Dieses Amt hat man nur einmal im Leben. Das muss doch würdig begangen werden", meinte er.

Schimmer ist sich sicher, dass trotz Rezessions-Stimmung überall in Deutschland der Fasching wieder gebührend gefeiert wird. "Dann erst recht", meinte er. Allerdings zeichne sich ein neuer Trend ab: "Die Faschings-Veranstaltungen nehmen ab, weil sie oft nicht mehr finanzierbar sind. Dafür gewinnt der Straßenfasching immer mehr an Beliebtheit."

Die Vertreter der verschiedenen Garden und Gilden wirkten allesamt noch recht entspannt und ausgeschlafen. "Das ist kein Wunder. Der Fasching ist ja erst im Anlauf", meinte Martin Litwinschuh, Präsident der Faschingsgilde "Blau-Weiss-Kammer" in Traunstein. Litwinschuh hatte, wie fast alle anderen Präsidenten der Faschingsgilden auch, einen großen Koffer dabei. Dessen Inhalt bestand aus Autogramm-Karten und vielen Faschingsorden.

Denn die meisten Prinzenpaare und Gildemitglieder konnten es gar nicht mehr erwarten, bis sie endlich die Orden austauschen durften. Da war dann die Ruhe im Saal schnell vorbei. Schnellst- möglich versuchten alle, an die begehrten Faschingstrophäen zu kommen.

"Mit der Zeit werden die vielen Orden schon ganz schön schwer", schmunzelte Christoph Stadlhuber, Marschall der Vogtareuther Prinzengarde. Mittlerweile besitzt er schon eine ganze Kiste voll verschiedener Karnevals-Auszeichnungen. Viele davon würde er regelmäßig tragen, denn "wenn eine befreundete Gilde feststellt, dass ihr Orden nicht getragen wird, muss man eine Runde an der Bar ausgeben", erklärte er. Unwahrscheinlich begehrt seien die Orden und teilweise auch sehr schwer zu bekommen. Jeder sehe anders aus. Das mache auch einen Teil des außergewöhnlichen Sammelvergnügens aus. Außerdem stellten die Orden für die Prinzenpaare ein schönes Andenken an ihre "Regierungszeit" dar.

Einer der königlichen Hoheiten kam mit Verspätung. Prinz Nico aus Rosenheim weilte noch kurz vor Beginn der Veranstaltung beruflich im Ausland und musste erst per Flugzeug und dann auch noch durch Chauffeur-Dienst seines Vaters zur Gaststätte Mareis gebracht werden. Doch pünktlich zum Vorstellungstermin der Rosenheimer Faschingsgesellschaft betrat er den Saal.

Höhepunkt der Veranstaltung war der gemeinsame Walzer der Prinzenpaare. Dabei ging es zwar auf der Bühne etwas beengt zu, aber dafür gaben die schillernden Faschingshoheiten ein schönes Bild ab. wu

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