Neue Serie „Berufskrank“ Viele Menschen leiden unter ihrem Arbeitsalltag – in unserer Serie „Berufskrank“ stellen ...

Prof.  Wilhelm StolzChefarzt für Dermatologie, Klinikum Thalkirchner Straße.
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Prof.  Wilhelm StolzChefarzt für Dermatologie, Klinikum Thalkirchner Straße.

Neue Serie „Berufskrank“ Viele Menschen leiden unter ihrem Arbeitsalltag – in unserer Serie „Berufskrank“ stellen wir typische Beschwerden vor. Neue Serie „Berufskrank“.

Viele Menschen leiden unter ihrem Arbeitsalltag – in unserer Serie „Berufskrank“ stellen wir typische Beschwerden vor.Heute geht es um eine unterschätzte Gefahr für Bauarbeiter: der weiße Hautkrebs. Wie man sich schützen kann und was Erkrankten hilft, erklärt Prof. Wilhelm Stolz, Chefarzt an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Umweltmedizin II am Städtischen Klinikum in der Thalkirchner Straße in München.

Typische Symptome

Wer viel im Freien arbeitet, ist im Sommer oft der Sonne ausgesetzt. Bauarbeiter, Dachdecker, Zimmerer und Landwirte haben daher ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs. Menschen mit heller Haut sind besonders gefährdet – das gilt auch für den weißen Hautkrebs. Die zwei wichtigsten Formen: das Plattenepithelkarzinom und das Basalzellkarzinom. Sie können entstehen, wenn man sich jahrelang sehr viel in der Sonne aufhält – und zwar auch, wenn man keinen Sonnenbrand bekommt. Das ist anders als beim schwarzen Hautkrebs, für den vor allem Sonnenbrände ursächlich sind. Ein Plattenepithelkarzinom entwickelt sich aus „aktinischen Keratosen“. Diese Krebsvorstufen erkennt man als gerötete Flecken an Stirn, Nase, Wangen, Ohren sowie am Handrücken. Gehen sie in ein Plattenepithelkarzinom über, sieht man Knötchen. Basalzellkarzinome sind glasige Hautflecken mit sichtbaren Blutgefäßen.

Wichtige Therapieschritte

Welcher Typ des hellen Hautkrebses vorliegt, kann der Hautarzt mit der Lupe gut erkennen. Wichtig ist, dass ein Plattenepithelkarzinom früh erkannt wird. Dann können die geschädigten Zellen mit Cremes, Kältespray oder dem Laser zerstört oder chirurgisch entfernt werden. Bei der „photodynamischen Therapie“ wird ein Medikament auf die Haut aufgetragen, das in geschädigte Zellen eindringt. Diese werden dann gezielt durch eine Bestrahlung mit Rotlicht zerstört. Ein Plattenepithelkarzinom und ein größeres Basalzellkarzinom muss in einer Operation entfernt werden. Lässt sich ein Tumor schlecht von gesundem Gewebe abgrenzen oder ist er im Gesicht, nutzt der Arzt ein Mikroskop.

Richtiges Verhalten für die Zukunft

Vor weißem Hautkrebs schützt nur konsequenter Lichtschutz. Dazu gehören nicht nur Kleidung, Hut und Brille. Ebenso wichtig sind Sonnenschutzmittel für nicht bedeckte Hautstellen – und regelmäßiges Nachcremen, vor allem, wenn man schwitzt. Arbeitgeber müssen Bauarbeitern, die an der Sonne arbeiten, Sonnenschutzmittel zur Verfügung stellen.

      Text: Angelika Mayr

     Liebe Leser,       die nächsten Folgen lesen Sie       nach der Sommerpause am      14. September.

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