Neue Serie „Berufskrank“ Viele Menschen leiden unter ihrem Arbeitsalltag – in unserer Serie „Berufskrank“ stellen ...

Neue Serie „Berufskrank“ Viele Menschen leiden unter ihrem Arbeitsalltag – in unserer Serie „Berufskrank“ stellen wir typische Beschwerden vor. Neue Serie „Berufskrank“.

Viele Menschen leiden unter ihrem Arbeitsalltag – in unserer Serie „Berufskrank“ stellen wir typische Beschwerden vor.Heute geht es um Erzieher. Sie plagen sich oft mit Rückenproblemen, sagt Dr. Anselm Reiners, Chefarzt der Klinik für Frührehabilitation und Physikalische Medizin am Klinikum Bogenhausen in München. Hier lesen Sie das Wichtigste auf einen Blick.

Typische Symptome

Viele Erzieher in Kindergärten und Krippen leiden nicht nur an Kreuzschmerzen. Sie haben oft auch Probleme mit dem Nacken und den Schultern. Warum das so ist, haben Studien gezeigt. Darin hat man beobachtet: Gerade mal in einem Drittel der Fälle saßen Erzieher in normaler Haltung. Die Gründe sind klar: Stühle und Tische sind für Kinder gemacht – und für die Erzieher daher viel zu klein. Trotzdem müssen sie oft auf solchen Kinderstühlen sitzen. Wie die Studien gezeigt haben, wird der Körper dabei in 27 Prozent der Fälle gebeugt, gedreht (16 Prozent) oder sogar beides gleichzeitig (22 Prozent). Ein Beispiel: Weil die Beine nicht unter den Kindertisch passen, stellen Erzieher sie parallel dazu – und verdrehen dabei die Hals- und Lendenwirbelsäule. Zudem müssen sie sich ständig vorbeugen. Die Wirbelsäule ist also permanent in einer Zwangshaltung. Und das belastet wiederum die Bandscheiben, führt oft zu schmerzhaften Verspannungen und langfristig zu vorzeitigem Verschleiß an der Wirbelsäule.

Wichtige Therapieschritte

Bei akuten Rückenschmerzen kann jeder selbst etwas tun – etwa durch ausgleichende körperliche Aktivitäten. So sollte man seinem Kreuz zwischendurch Pausen gönnen – zum Beispiel, indem man sich etwa zehn Minuten auf den Rücken legt. Generell sollten Erzieher darauf achten, nicht zu lang zu sitzen, zu stehen, etwas zu heben oder sich vornüberzubeugen. Halten die Schmerzen an, sollten sie zum Arzt gehen. Ebenso bei einer Verformung der Wirbelsäule, bei Fieber, entzündlichen Veränderungen der Muskulatur oder Nervenstörungen.

Richtiges Verhalten für die Zukunft

Rückenschonendes Arbeiten ist für jeden wichtig – für Erzieher aber ganz besonders. Auch wer keine Beschwerden hat, sollte seine Rückenmuskeln stärken – zum Beispiel durch spezielle Gymnastik. Sinnvoll sind auch Schulungen, in denen man lernt, wie man rückenschonend arbeitet. Zudem sollten ergonomische Möbel und Sitzalternativen für Erwachsene in Kitas und Kindergärten angeschafft werden. Zudem sollten sich die Erzieher gegenseitig unterstützen, um die Belastung zu mindern.

      Text: Angelika Mayr

     Liebe Leser,       in der nächsten Folge am      15. Juni geht es um Pfleger.

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