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Prof. Dr. Georg GradlChefarzt der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum Harlaching

Neue Serie „Berufskrank“ Viele Menschen leiden unter ihrem Arbeitsalltag – in unserer Serie „Berufskrank“ stellen wir typische Beschwerden vor. Neue Serie „Berufskrank“.

Viele Menschen leiden unter ihrem Arbeitsalltag – in unserer Serie „Berufskrank“ stellen wir typische Beschwerden vor.Heute geht es um Fleischerei-Verkäufer und Metzger. Sie ziehen sich besonders oft Schnittwunden zu, sagt Prof. Georg Gradl, Chefarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Harlaching in München. Hier die wichtigsten Fakten.

Typische Symptome

Wer in der Metzgerei arbeitet, hantiert häufig mit Messern. Daher kommt es dort oft zu Stich- und Schnittverletzungen. Bei einer scharfen Klinge ist der Schnitt meist glatt und das Gewebe kaum zerrissen; erst blutet es stark, etwas verzögert setzen Schmerzen ein. Wurden Sehnen durchtrennt, kann der Betroffene das Gelenk nicht mehr bewegen. Sind auch Nerven verletzt, fühlt sich das für den Patienten oft an, als sei er elektrisiert. Zu Unfällen kann es in Metzgereien aber auch mit Maschinen, etwa dem Fleischwolf, kommen. Bei solchen Verletzungen wird meist deutlich mehr Gewebe geschädigt. Werden Gliedmaßen, etwa ein Finger abgetrennt, steht der Patient meist unter Schock. Er spürt dann zunächst kaum Schmerzen.

Wichtige Therapieschritte

Helfer sollten zuerst versuchen, die Blutung zu stillen. Im Idealfall: Druckverband anlegen. Den verletzten Arm oder das Bein abzubinden, ist meist nicht nötig. Dafür stets die Wunde desinfizieren. Alkoholhaltige Substanzen sind hier nicht empfehlenswert; in jedem Betrieb gibt es geeignete Mittel. Fremdkörper in einer Wunde sollte man nur entfernen, wenn diese nicht zu tief in der Haut stecken. Sonst reicht es, die Wunde zu reinigen und einen sterilen Druckverband anzulegen. Wurden Gliedmaßen abgetrennt, sollten diese steril verpackt und gekühlt – aber bitte nie direkt auf Eis – in die Klinik mitgebracht werden. Dort wird der Patient untersucht und meist auch geröntgt. Sind Sehnen und Nerven betroffen, ist häufig eine OP nötig. Das gilt natürlich auch bei abgetrennten Gliedmaßen, die oft in aufwändigen Eingriffen wieder angenäht werden. Wurde hingegen etwa ein Stück der Fingerkuppe abgetrennt, wird diese oft nicht mehr angenäht. Sie wächst nämlich meist nicht mehr an, das sie nicht von eigenen Blutgefäßen versorgt wird.

Richtiges Verhalten für die Zukunft

Unfälle lassen sich oft verhindern, indem Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten werden. Dazu gehört es etwa, Schutzkleidung zu tragen. Ein Muss sind Schulungen zu Maßnahmen der Ersten Hilfe, ebenso ein gut gefüllter Erste-Hilfe-Kasten.

      Text: Angelika Mayr

      Liebe Leser,       in der nächsten Folge am 6. April       geht es um Hausfrauen.

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