Narren wollen Kasse auffüllen

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- Traunstein (bjr) - Mit einem "großen internationalen Veitsgroma-Faschingsgala-Auftakt", wie es Oberbürgermeister Fritz Stahl blumig formulierte, wurde das Faschingsprinzenpaar der Veitsgroma Zunft, Franz II. und Christine IV.

, in der Aula der Gewerblichen Berufsschule im Beisein von zahlreichen Faschingsvereinen und Faschingsgesellschaften, auch aus Salzburg und Niederbayern, offiziell zu den höchsten närrischen Würdenträgern in der Großen Kreisstadt ernannt. Dem Stadtoberhaupt, das die Krönung persönlich vornahm, schien der Abschied von der Macht nicht allzu schwer zu fallen. Stahl überreichte dem Prinzen den Stadtschlüssel nämlich mit der Bemerkung: "Das kommt mir gerade recht, denn ich gehe dann eh in Urlaub." <P></P><P>Deshalb war seine Freude sehr groß, "dass die Repräsentanten der Veitsgroma wieder den Schlüssel zu Frohsinn und freundlichem Unsinn in der Stadt übernehmen". Die fünfte Jahreszeit sei ohnehin eine fröhliche Zeit, in der versucht werde, in angenehmer Runde zusammen sein zu können, um so richtig zu entspannen und um Freude und Fröhlichkeit zu tanken. Seit mehr als 100 Jahren schon sorgten die Veitsgroma und Co. für Fröhlichkeit. Mit "Co." meinte Stahl die verbündeten närrischen Heerscharen rundherum im Lande. Über ein Jahrhundert werde von den Veitsgromern mit ausgelassenem Humor die Stumpfheit und die Trägheit des Alltags erfolgreich bekämpft. "Alle, die wissen, dass Freude und Humor wichtige Lebenselemente sind, schätzen dies dankbar", sagte Stahl. "Wie wollten wir abschalten und manches aushalten, würden wir nicht dem Unsinn, oder besser dem vermeintlich Unsinnigen unser Gemüt öffnen?" Diese Form des Unsinnigen sei kulturell von großer Bedeutung. Sie wecke Fantasie, Einfallsreichtum und erschließe neue Welten. Faschingsspezialisten seien fröhlich und tolerant und gesegnet mit feinem Spott und Hintergründigkeit.</P><P>Das Faschingsprinzenpaar hatte sich schnell an die neue Rolle des Herrschens gewöhnt und auch gleich ein Regierungsprogramm parat. In erster Linie soll die Fröhlichkeit in Traunstein regieren. Die Stadtkasse soll nicht geplündert, vielmehr aufgefüllt werden, schließlich ist der Prinz ja Finanzberater. Aufräumen wollen die Traunsteiner Kurzzeitregenten mit den Endlosbaustellen wie in der Haslacher- und der Eugen-Rosner-Straße. Allerdings haben sie den Zuhörern nicht genau verraten wie. Auf der Wunschliste standen auch neue Räume für die Musikschule. Bei Nichterfüllung drohte das Prinzenpaar mit einer Zwangsbesetzung der Franz-von-Kohlbrenner-Schule. Schließlich machte es sich noch große Sorgen um die Umsätze der Ofenbauer in Traunstein und Umgebung. Den Bau eines Hackschnitzelheizwerks wie im neuen Baugebiet Geißinger Feld dürfe der Stadtrat nämlich nicht mehr beschließen.</P><P>Das große Showprogramm eröffneten die Veitsgroma selbst. Für diese Faschingssaison haben sie eine Kinder- und Jugendtanzgruppe auf die Beine gestellt, die mit viel Begeisterung auftraten. Das Prinzenpaar tanzte einen Walzer und einen Salsa. Für große Anlässe kann der Verein wieder auf die Tanzgruppe "Flying Shoes" zurückgreifen. Danach gaben sich die zahlreichen Faschingsvereinigungen aus nah und fern ein Stelldichein, um zum einen dem Prinzenpaar zu huldigen und zum anderen dem Publikum einige Kostproben ihres Könnens zu zeigen.</P>

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