Nach Unglück: Landrat schließt Hallen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

- Rosenheim/Traunstein - Die fürchterlichen Unglücke von Bad Reichenhall, das Schneechaos in den heimischen Bergen und im östlichen Kreis Traunstein - die Region Rosenheim kam im Vergleich dazu gestern mehr als glimpflich davon.

Dennoch sorgten die anhaltenden Schneefälle auch in Stadt und Land für erhebliche Probleme. Viel zu tun hatten gestern die Verantwortlichen in den Kommunen, in denen es ähnliche Hallen wie in Reichenhall gibt. Für all diese Gebäude wurden nach dem tragischen Unglück umgehend Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Der Landkreis Rosenheim ließ unter anderem drei Schulturnhallen sperren. In Rosenheim bleiben Eis- und Luitpold-Halle geschlossen (siehe auch nächste Seite).

"Wir wollen jedes Gefährdungspotenzial ausschließen", sagte gestern Landrat Dr. Max Gimple. Deshalb seien die Turnhallen der Gymnasien in Prien und Raubling sowie der Realschule Brannenburg ab sofort gesperrt. Alle drei Gebäude seien Holzkonstruktionen mit Flachdach, ähnlich der in Bad Reichenhall. "Und alle sind durch den nassen Neuschnee erheblichen Gewichtsbelastungen ausgesetzt", so Gimple. Im Inntal seien auf den Dächern der Hallen zudem starke Verwehungen zu beobachten, die den Druck auf die Gebäude zusätzlich erhöhten.

Die Stadt Rosenheim hatte noch in der Katastrophennacht von Reichenhall vorsorglich die Eis- und die Luitpold-Halle räumen lassen (wir berichteten). Die Feuerwehr ging anschließend daran, die Dächer beider Hallen vom Schnee zu befreien. Eine Expertenrunde entschloss sich gestern Nachmittag, dass beide Hallen wegen der schlechten Wettervorhersagen bis auf weiteres geschlossen bleiben.

Für die Bad Aiblinger Eishalle gaben die Verantwortlichen gestern dagegen Entwarnung. "Nach menschlichem Ermessen besteht in unserer Anlage keinerlei Gefahr", sagte Fritz Walter Keilhauer, Chef der Stadtwerke. Es habe wesentlich weniger geschneit als im Berchtesgadener Land, die Aiblinger Halle sei zehn Jahre jünger als die in Reichenhall und zudem in großen Teilen mit einem Schrägdach versehen. Keilhauer: "Unsere Halle wird jedes Jahr auf Herz und Nieren geprüft. Eine jüngste Untersuchung hat ergeben, dass das Gebäude in einwandfreiem Zustand ist." Dennoch habe man nach den Vorkommnissen in Bad Reichenhall Statiker beauftragt, ein Gutachten für die Freizeitanlage in Bad Aibling zu erstellen. "Wir wollen uns nichts vorwerfen müssen", so Keilhauer.

Auch für Andreas Krämer vom Bauamt der Kurstadt besteht "kein Anlass zur Sorge". Alle öffentlichen Hallen im Voralpenland seien - ganz anders als im Norden Deutschlands - für die höchste Kategorie an Schneelast ausgelegt. "Da können schon mal bis zu drei Meter drauf zum Liegen kommen, ohne dass etwas passiert." Deshalb sei für ihn klar, dass in Bad Reichenhall noch eine weitere Ursache für das Unglück vorhanden sein muss. "Gefährlich wird's, wenn Sanierungsbedarf da ist, Feuchtigkeit von oben eindringt und tragende Teile angreift."

In Wasserburg herrschte gestern wie in Aibling kaum Alarmstimmung. Einziges Gebäude, das durch den Schneefall ernsthaft gefährdet werden könnte, ist die Badria-Halle. Für die gaben die Verantwortlichen Entwarnung: "Zu wenig Schnee, kaum Bereiche mit Flachdach", so Kurt Fritsch von den Stadtwerken. Außerdem bleibe bei Hallen, die kontinuierlich geheizt würden, ohnehin viel weniger Schnee auf dem Dach liegen als bei Eisstadien. Deshalb seien klassische Sport- oder Schwimmhallen auch weniger gefährdet.

Weiteres zum Thema im Internet unter extra.ovb-online.de

Zurück zur Übersicht: Welt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare