Nach Rauchstopp sinkt das Risiko für Herzkrankheiten

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Fast 30 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 79 Jahren rauchen. Foto: dpa

Heidelberg – Gerade zum Weltnichtrauchertag an diesem Donnerstag nehmen es sich wieder viele Raucher vor – aufzuhören.

Das ist aber ein hartes Stück Arbeit. Vor dem erfolgreichen Rauchstopp stehen viele Hürden – angefangen von Entzugserscheinungen über Gewichtsprobleme bis hin zum „inneren Schweinehund“. Ein Überblick, warum es sich trotzdem lohnt.

-Welche Risiken reduzieren sich mit dem Rauchstopp?

Wer die Finger von der Zigarette lässt, verringert generell das Risiko für verschiedenste Erkrankungen. So ist Rauchen für etwa ein Fünftel aller Krebserkrankungen direkt verantwortlich, aber auch Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfälle oder chronische Bronchitis lassen sich häufig auf das Rauchen zurückführen. Wer raucht, zeigt ein höheres Risiko, eine eine Gelenkentzündung zu entwickeln. Nicht zuletzt stirbt ein Starkraucher im Schnitt zehn Jahre früher als ein Nichtraucher.

-Was bringt der Verzicht konkret für die Gesundheit?

Schon drei Tage nach der letzten Zigarette verbessert sich laut Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Funktion der Atemwege. Nach einer Woche sinkt der Blutdruck. Nach einem bis neun Monaten gehen Hustenanfälle, Verstopfungen der Nasennebenhöhlen und Kurzatmigkeit zurück. Die Lunge wird gereinigt, indem Schleim abgebaut wird. Die Infektionsgefahr verringert sich. Zwei Jahre nach einem Rauchstopp hat ein früherer Raucher fast das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein Nichtraucher. Wer fünf Jahre rauchfrei ist, liegt beim Herzinfarktrisiko gleichauf mit Nichtrauchern. Nach fünf Jahren sinkt auch das Risiko für Krebserkrankungen in Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Harnblase auf die Hälfte. Auch das Schlaganfallsrisiko kann bereits nach zwei bis fünf Jahren auf das eines Nichtrauchers sinken.

-Was ist mit dem gefürchteten Lungenkrebs?

Zehn Jahre nach dem Aufhören hat ein ehemaliger Raucher ein nur noch halb so hohes Risiko für Lungenkrebs, als wenn er weitergepafft hätte. Auch die Risiken für Kehlkopf- und Bauchspeicheldrüsenkrebs gehen zurück.

-Wie wirkt sich Nichtrauchen auf die Lebenszeit aus?

Nach DKFZ-Berechnungen rauben mehr als zehn Zigaretten pro Tag Männern im Schnitt 9,4 und Frauen 7,3 Lebensjahre. Auch ein moderater Konsum von weniger als zehn Zigaretten pro Tag reduziert die Lebenserwartung bei beiden Geschlechtern immer noch um etwa fünf Jahre. Der schlimmste Fall ist ein adipöser, also fettleibiger, starker Raucher, der viel Alkohol trinkt und viel rotes Fleisch isst – er büßt gegenüber Mitmenschen mit dem günstigsten Risikoprofil bis zu 17 Jahre an Lebenserwartung ein. Bei einer Frau sind es 13,9 Jahre.

-Warum schreckt eine drohende Gewichtszunahme vor allem Frauen ab?

Untersuchungen zufolge legen vier von fünf ehemaligen Rauchern in den ersten ein bis zwei Jahren nach dem Aufhören im Schnitt etwa viereinhalb Kilogramm zu. Bei Frauen fällt die Gewichtszunahme noch etwas stärker aus als bei Männern. Auch nach zehn Jahren haben viele im Schnitt noch vier bis fünf Kilogramm mehr drauf, wobei auch viele Nichtraucher in solch einem Zeitraum zulegen.

-Was sind die Gründe?

Als Ursache werden ein gedrosselter Stoffwechsel sowie eine vermehrte Kalorienaufnahme nach dem Rauchstopp diskutiert. Der Körper verbrennt weniger Energie, gleichzeitig greifen viele statt zur Zigarette verstärkt zu Süßem und Snacks. Offenbar verändert sich bei Nichtrauchern ferner die Zusammensetzung der Darmflora. Danach nehmen jene Bakterienstämme überhand, die auch in der Darmflora von Fettleibigen dominieren.

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