Mord an französischer Studentin in Kufstein: 43-Jähriger für Tat im Jahr 2014 verurteilt

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Symbolfoto

Ein in Deutschland wegen Mordes an einer Joggerin
 bereits mit lebenslanger Haft bestrafter Lkw-Fahrer ist nun in Österreich
 wegen eines anderen Mordes verurteilt worden. Ein Gericht in Innsbruck sieht es als erwiesen an, dass er vor sechs Jahren in Kufstein eine Frau erschlagen hat.

Innsbruck - Das Landgericht 
Innsbruck sah es in einer Verhandlung am Dienstag (9. Juni) als erwiesen an, dass der 43-Jährige im 
Januar 2014 eine französische Austauschstudentin im österreichischen
 Kufstein umgebracht hat. Da bereits die Höchststrafe verhängt wurde, 
folgte kein zusätzliches Strafmaß durch die österreichische Justiz.
 Der Fernfahrer hatte die Tat bestritten. Das Urteil war vorerst nicht 
rechtskräftig.



Leiche der Studentin am Innufer entdeckt

Die Verteidigerin zweifelte zum Prozessauftakt an der Aussagekraft
 von nicht vollständigen DNA-Spuren, die bei beiden Leichen 
sichergestellt worden seien. Diese DNA-Merkmale könnten auf 158.000 
Menschen zutreffen. Außerdem habe ihr Mandant in Deutschland kein
 Geständnis abgelegt.

Dagegen erklärte der Staatsanwalt, GPS-Daten des 
Lastwagens des Verdächtigen und die DNA-Spuren belegten dessen 
Schuld. Zudem habe der Angeklagte die Tat an der Französin in
 Deutschland vor einem Psychiater indirekt gestanden.



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Die Studentin aus Lyon war im Januar 2014 durch Schläge auf den Kopf
 getötet worden. Ihr Leiche wurde von Polizisten am Inn-Ufer entdeckt. 
Die Tatwaffe, eine Hubstange, wie sie zum Beispiel zum Anheben eines 
Lkw-Führerhauses genutzt wird, wurde im Fluss gefunden.

Gutachter über Angeklagten: "ein klassischer Serienmörder"

Der
Lkw-Fahrer war 2017 in Deutschland nach dem Mord an der 27-jährigen
 Joggerin im baden-württembergischen Endingen verhaftet und zu
lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt
 worden.


 Dem Angeklagten werde die "allerschwerste Kriminalität" zur Last
gelegt, erklärte der Staatsanwalt in seinem Eröffnungsplädoyer.

Der 
einstimmige Schuldspruch der Geschworenen erfolgte wegen Mordes und 
Störung der Totenruhe. Der als Zeuge bestellte Psychiater erklärte,
 von dem 43-Jährigen gehe eine hohe Gefahr für weitere Delikte aus.
 "Es spricht aus psychiatrischer Sicht einiges dafür, dass der 
Angeklagte ein klassischer Serienmörder ist."
  (dpa)

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