Kurz vor der Sprengung

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- Bruckmühl - Spitz auf Knopf stand es in der Nacht auf gestrigen Mittwoch an der Hochwasser führenden Mangfall. Bis in die Morgenstunden waren Feuerwehren, Helfer und auch der gemeindliche Koordinator Michael Koller auf den Beinen, um Schlimmstes zu verhindern.

Mit stetig steigendem Wasserstand wurde zum Abend hin die Schleuse zum Mangfall-Kanal außer Gefecht gesetzt - "das Wehr funktionierte nicht mehr. Es bestand die Gefahr, dass bei steigendem Pegelstand das Wasser unkontrolliert in den Kanal läuft", so der Bürgermeister. Eine Lösung musste her. Gegen 21 Uhr die Entscheidung: die südseitige Ufermauer des Kanals mit Sprenglöchern zu versehen, um notfalls den Damm unterhalb des Brucker Wehres kappen zu können. Das Wasser hätte sich dann über den Auwald bis zum Mangfalldamm hin ausbreiten können. "Das wäre allerdings die letzte Konsequenz gewesen und war zum Glück nicht notwendig", so Heinritzi.

Dennoch: Die Sprengvorrichtung am Mangfallkanal wird dem Bürgermeister zufolge erhalten bleiben. Gestern Vormittag hatten Bauhofmitarbeiter die Löcher im Erdreich optimiert. "Damit wir in jedem Fall für den Tag X gerüstet sind", so der Bürgermeister.

Nach Entspannung der Lage gegen 3 Uhr nachts erneut große Hektik: Treibholz drohte die Mangfall am Brucker Wehr aufzustauen, eine Verstärkung des Deiches auf Feldkirchen-Westerhamer Seite wurde vorsichtshalber angeordnet. Allein von Bruckmühler Seite wurden Heinritzi zufolge knapp 1000 Sandsäcke herangeschafft. "Feuerwehr und Bauhofmitarbeiter waren pausenlos im Einsatz", berichtete er.

Insgesamt, so schätzt der Bürgermeister, seien an die 2000 Säcke befüllt worden. Diese hätten, wie berichtet, teils Privatpersonen benötigt, zu einem Großteil aber die Feuerwehren für die Sicherung der kleineren Bachläufe (Hainerbach etc.). Dort hätte sich die Lage aber schnell wieder entspannt - "genauso schnell wie die Bäche bei Starkregen anschwellen."

Der Schaden des Hochwassers - laut Heinritzi immerhin ein 30-jährliches - hält sich nach Einschätzung Heinritzis im Gemeindegebiet in Grenzen. "Außer den Arbeitseinsätzen, die im Übrigen sehr gut koordiniert waren, sind wir glimpflich davongekommen." Auch die Steinbeis-Brücke, wie berichtet von Treibholz bedroht, habe die Wassermassen gut überstanden. "Sie sieht zwar nicht sonderlich robust aus, ist es aber offensichtlich", meinte der Bürgermeister. Die übrigen Fußgängerstege, alle ohne Stützen, hätten ebenfalls keinen Schaden erlitten. "Jetzt hat es sich bezahlt gemacht, dass die Göttinger Brücke dermaßen hoch gebaut wurde, obwohl sich sonst die Radfahrer immer über die Steigung beschweren."

Auch von den bislang getätigten Hochwasserschutzmaßnahmen des Wasserwirtschaftsamtes will der Bürgermeister bereits erste positive Auswirkungen verspürt haben. "Der Wasserstand im Bereich Steinbeis-Brücke war verglichen mit dem Hochwasser von 1999 weit weniger dramatisch, obwohl am Pegel Feldolling lediglich zehn Zentimeter weniger gemessen wurden", ist er überzeugt. Seiner Ansicht nach hatten sich die Schuttentnahmen und die Bewuchsfreistellung im Bereich Vagener Au bereits bewährt - "obwohl damals viel kritisiert".

Insgesamt zeigte sich der Bürgermeister erleichtert, das Hochwasser vergleichsweise unbeschadet überstanden zu haben. "Die Einsätze sind reibungslos verlaufen und auch die Bürger haben besonnen reagiert", freute sich der Rathauschef.

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