Zusammenspiel ist Trumpf

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Die neuen ZDF-„Anstalts“-Leiter Claus von Wagner und Max Uthoff stellten in München ihr Konzept vor Von Rudolf Ogiermann

Mehrere Monate war die „Anstalt“ verwaist, am übernächsten Dienstag, 4. Februar, um 22.15 Uhr kommt wieder Leben in die Kulissen. Dann haben Max Uthoff (46) und Claus von Wagner (36) Premiere als Gastgeber der ZDF-Satiresendung, die einmal monatlich live aus dem Münchner „Arri“-Kino übertragen wird. Die beiden Oberbayern übernehmen, wie berichtet, die Aufgabe der beiden Unterfranken Urban Priol (52) und Frank-Markus Barwasser (53), die sich nach sechs beziehungsweise drei Jahren zurückgezogen haben, um sich neuen Projekten zu widmen.

Und auch wenn es es jetzt statt „Neues aus der Anstalt“ nur noch „Die Anstalt“ heißt – das Bühnenbild bleibt vorerst dasselbe. Allerdings treten von Wagner und Uthoff als das auf, was sie auch im realen Leben sind – Kabarettisten. Den Ort, von Priol und Barwasser stets als „psychiatrische Tagesklinik“ bespielt, gebe es weiterhin, „nur die Ärzte sind weg“, wie von Wagner gestern bei der Vorstellung des neuen Formats im Münchner Vereinsheim erläuterte. „Wir finden das Studio so vor und passen es nach und nach unseren Bedürfnissen an“, ergänzte Uthoff, der sich für die neue „Anstalt“ von seiner zuletzt gespielten Rolle als „Hausjurist“ der Klinik verabschiedet hat.

Auch bei der Dramaturgie der Sendung wird sich einiges ändern. Die Soli der beiden Hauptakteure sollen kürzer werden, sie setzen stattdessen mehr aufs Zusammenspiel, auch mit den Gästen – in der ersten Ausgabe Simone Solga, Mathias Egersdörfer und Nico Semsrott. „Ja, die müssen unsere Texte lernen, weswegen sie wohl auch nur einmal kommen werden“, scherzte Uthoff und unterstrich damit zugleich, wie wichtig dem neuen „Anstalts“-Duo der rote Faden in der jeweiligen Ausgabe ist.

Inhaltlich wollen die beiden Kabarettisten, die für ihre Bühnenprogramme bereits diverse Preise in Empfang nehmen konnten, ebenfalls Akzente setzen. „Themen, die uns besonders wichtig sind, haben im Zweifel auch einmal Vorrang vor der Tagesaktualität“, so von Wagner: „Da sind wir ganz egoistisch.“ Dass auch die Zusammenarbeit der beiden Spötter von Egoismus geprägt sein wird, zeichnet sich nach dem gemeinsamen Auftritt im Vereinsheim nicht ab. Man profitiere voneinander, bilanzierte Claus von Wagner: „Wir verbringen viele Stunden miteinander und stellen fest, dass uns dabei viele neue Ideen kommen.“ Die gute Harmonie werde schon dadurch unterstrichen, dass „wir uns eine gemeinsame Kaffekanne gekauft haben“.

Doch Uthoff und von Wagner schreiben die Texte nicht alleine für sich und ihre wechselnden Mitspieler. Mit im Boot ist außerdem Dietrich Krauß, der auch für die „heute show“ als Autor tätig ist. Gemeinsam will man dem kabarettistisch interessierten (Fernseh-)Publikum gute Pointen liefern, aber auch jede Menge Fakten. Die kämen in der schnelllebigen Medienwelt oft zu kurz, konstatierte Krauß. Und Uthoff ergänzte: „Manchmal ist es ganz gut, erst einmal die Informationen zu vermitteln, bevor man mit ihnen spielt.“

So intensiv die Arbeit für „Die Anstalt“ auch sein mag, alles andere dafür aufgeben wollen weder Claus von Wagner noch Max Uthoff. Die Bühne, so versicherten beide, „bleibt unser zweites Standbein“.

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