Zieht Yoda nach Nürnberg?

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Von „Stars Wars“ bis „Harry Potter“: In Nürnberg soll ein neues Filmmuseum entstehen. Nick Maley, einer der Schöpfer der Figur Yoda, will in der Frankenmetropole Kino-Requisiten ausstellen und mit Hilfe von Hologrammen die Geschichte der Science-Fiction-Helden erzählen.

Filmmuseum in Franken geplant

Von „Stars Wars“ bis „Harry Potter“: In Nürnberg soll ein neues Filmmuseum entstehen. Nick Maley, einer der Schöpfer der Figur Yoda, will in der Frankenmetropole Kino-Requisiten ausstellen und mit Hilfe von Hologrammen die Geschichte der Science-Fiction-Helden erzählen.

Von Severine Weber

Er ist 66 Zentimeter groß, grün und hat spitze Segelohren – Meister Yoda ist eine der bekanntesten Figuren aus dem Filmepos „Star Wars“ von George Lucas, der heute 70. Geburtstag feiert. Dass allein für die fünfte Episode der Weltraumsaga vier Puppen kreiert wurden, wissen die Wenigsten. Das gilt auch für die Tatsache, dass sechs Puppenspieler Yoda beim Dreh bewegen mussten. Genau das will Nick Maley, der einst die Figur mitgestaltet hat, ändern. Damit Filmwissen nicht verloren geht, plant der britische Maskenbildner in Nürnberg ein neues, weltweit einzigartiges Museum für Spezialeffekte, Fantasy- und Science-Fiction-Filme.

Ursprünglich als Sonderausstellung geplant, soll nun unter dem vorläufigen Titel „FXpo – Center for Entertainment Arts Nürnberg“ eine rund 1000 Quadratmeter große Dauerausstellung mit Original-Requisiten aus Filmen wie „Star Wars“, „Alien“, „Harry Potter“, „James Bond“, „Indiana Jones“ oder „Armageddon“ entstehen.

„Die Leute sehen die fertigen Figuren und Effekte nur auf der Leinwand“, sagt Nick Maley. „Sie sehen aber nicht, wie viel Zeit und Aufwand, welche Geschichte, Pannen und Probleme hinter dieser Arbeit stecken.“ Dieses Wissen soll das Museum vermitteln, beziehungsweise die jeweiligen Gestalter der Figuren und Spezialeffekte. Geplant ist nämlich ein sogenanntes Holomuseum: Die Macher sollen als Hologramme erscheinen und den Besuchern Hintergründe und Anekdoten erzählen und Ratschläge erteilen, wie man in der Filmindustrie eine Karriere starten kann.

Mindestens eine halbe Million Euro kostet das ambitionierte Projekt. Ob es, wie geplant, pünktlich heuer zu Weihnachten öffnen wird, ist bisher unklar. Die Stadt Nürnberg hat das Vorhaben mit 10 500 Euro gefördert, Maley sucht weitere Sponsoren. Alleine kann er seinen Traum von einem Stück Hollywood in der Frankenmetropole nicht realisieren. Offen ist zudem, wo die Ausstellung unterkommen soll: Mehrere Orte stehen zur Wahl, darunter das ehemalige Versandhaus Quelle.

Ursprünglich wollte Maley das Museum in München, Berlin, Frankfurt oder Leipzig aufbauen. Schnell merkte er: „Die Millionenstädte haben ein großes Angebot an Veranstaltungen und hochkarätigen Museen. Damit will ich nicht konkurrieren, da würde das Filmmuseum untergehen.“ Nürnberg sei eine schöne mittelgroße Metropole mit guter Infrastruktur und viel Potenzial, die solch ein Projekt zu schätzen wisse. Schon bei seiner Werbetour war der Andrang enorm – vor allem galt das Interesse natürlich Meister Yoda.

Der 64-jährige Maley entwarf zahlreiche weitere Figuren, Masken und Kostüme für 53 Filme, darunter „Superman“ und „Highlander“. Unter anderem verwandelte er Anthony Hopkins in den „Glöckner von Notre Dame“. Derzeit lebt Maley auf St. Martin auf den Niederländischen Antillen. Er betätigt sich vor allem als Künstler und betreibt ein kleines Filmmuseum.

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