Der Zauber-Strahlemann

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„Mega-Magie-Spektakel“ in aberwitzigem Tempo – dadurch zeichnet sich Hans Klok gegenüber anderen Zauberern aus. dt

In einer Mischung aus Stolz und Selbstironie fasziniert Magier Hans Klok die Münchner. von Zoran Gojic.

„War das schnell?“ Natürlich eine rhetorische Frage, die der niederländische Magier Hans Klok da nach einem spektakulären Trick selbstbewusst in den Saal schleudert. Selbstverständlich ist Klok schnell, er hat das als Markenzeichen etabliert in einer Zeit, in der die Menschen immer schwerer zu beeindrucken sind. Denn mutmaßlich wissen einige im ausverkauften Deutschen Theater in München, wie viele der Tricks grundsätzlich funktionieren. Aber wenn Klok das in aberwitzigem Tempo vorführt, staunen dann doch wieder alle.

Klok ist alte Schule, im besten Sinn. Große Gesten, pompöse Hilfsapparatschaften, knapp bekleidete Assistentinnen und viel Show inklusive Tanzeinlagen und permanenten Kostümwechseln. Es ist kein Zufall, dass Klok seinen Auftritt mit „The new Houdini“ übertitelt hat, nach einer der Ikonen klassischer Illusionskunst. „Mega-Magie-Spektakel“ nennt der Niederländer seinen Ansatz in einer Mischung aus Stolz und Selbstironie. Natürlich führt er auch die Entfesselungsstunts vor, mit denen Houdini vor 100 Jahren berühmt wurde, aber der Schwerpunkt liegt auf konventionellen Tricks, nur eben im Zeitraffer-Modus.

Zwischendrin gibt es etwas unmotivierte, dennoch sehenswerte Gastauftritte von Varieté-Künstlern. Eine Afrikanerin, die ihren Körper gegen alle Gesetze der menschlichen Natur verbiegt, eine Chinesin, die auf dem Seil balancierend eine Leiter hochsteigt, diese Dinge. Klok moderiert das aufgeräumt, schäkert mit dem Publikum und zieht unbeirrbar seine Nummer als Zauber-Strahlemann durch.

Am schönsten ist es aber, wenn die Musik nicht dröhnt, keine Lichteffekte blenden und der Magier alleine auf der Bühne vermeintlich kleine Tricks zeigt. Wie jenen, bei dem er aus zwei leeren Hohlkörpern immer neue Flaschen zaubert und die dann auch noch wandern lässt. Hübsch und charmant ist das. Vielleicht der beste Trick des Abends, wenn auch natürlich nicht der schwierigste. Der war nämlich – Selbstauskunft Klok – sein Versuch, auf Deutsch durch den Abend zu führen.

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