Wunschkonzert

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Gewandhausorchester,. Philharmonie.

Samtiger Streicherklang, traumhaft tönende Holzbläser und strahlend-gleißendes Blech: Das Gewandhausorchester Leipzig wartete im Gasteig mit allem auf, was man sich von einem Klangkörper nur wünschen kann. Das lag auch am fabelhaftem Chefdirigenten Riccardo Chailly. Sehr agil, war er stets mit seinen Blicken und Gesten beim Orchester, dämpfte ab, ließ Farben aufblühen, badete im Sound, ohne je die Kontrolle zu verlieren. So geriet Rachmaninows zweite Symphonie sehr flexibel, dynamisch pulsierend. Sehnsucht, Melancholie, Düsternis und fratzenhafte Hysterie: Alle Facetten dieser tief psychologischen Musik machte Chailly erlebbar.

Im vorangegangenen Violinkonzert von Tschaikowsky zeigten die Leipziger, wie herausragend sie auch begleiten können. Den Solisten Julian Rachlin deckten sie nicht zu, sondern waren ihm Teppich und ebenbürtiger Partner zugleich, so dass dieser sein Spiel voll entfalten konnte. Sehr „russisch“ ging Rachlin das Werk an. Mit starkem Vibrato gestaltete er den ersten Satz, wild und rau, ohne jegliche manierierte Süßlichkeit, mit brillanter Technik und lupenreinen Flageolett-Tönen. Auch im Finale interpretierte Rachlin das Thema als archaischen, ungestümen Kasatschok. Regelrecht aggressiv legte er seinen ganzen zierlichen Körper in die Tonproduktion hinein – bei seinen Pizzikati wunderte man sich, dass die Finger dranblieben. maximilian maier

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