Es wird noch mehr ermittelt

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Das ZDF baut die Reihe der Samstagskrimis mit neuen Formaten aus – Auch in Bayern wird gemordet Von Stefanie Backs

Im Zweiten wird ab März noch ein bisschen häufiger gemordet – und entsprechend mehr ermittelt. Auch in Bayern. Das ZDF baut mit vier neuen Reihen den Samstagskrimi aus, nachdem Iris Berben und Wolfgang Stumph ihren Dienst als „Rosa Roth“ und „Stubbe“ beendet haben (wir berichteten).

„Wir möchten den Samstag mit einer größeren Kontinuität bespielen“, sagt Fernsehspielchef Reinhold Elschot und hofft auf den Gewohnheitseffekt. Schließlich sei der „Tatort“ auch erst richtig erfolgreich geworden, seitdem die ARD ihn jeden Sonntag im Programm hat. Den Auftakt macht „Helen Dorn“ am 8. März mit Anna Loos, die eine LKA-Beamtin in Nordrhein-Westfalen spielt. Ende März folgt die Krimikomödie „München Mord“. „Ein wilder Film“, so Elschot, der bereits auf dem Filmfest München das Publikum begeistert habe. Ein schräges Ermittlertrio, bestehend aus Bernadette Heerwagen, Marcus Mittermeier und Alexander Held, klärt dabei alte Fälle in München und Umgebung auf.

Einen sehr eigenen Charakter habe auch „Kommissarin Heller“, gespielt von Theaterstar Lisa Wagner, die dritte Novizin am Samstagabend, die im Hessischen ermittelt (Start: 12. April). Im Norden angesiedelt ist dagegen die Reihe „Friesland“, in der die Polizisten Jens Jensen (Florian Lukas) und Süher Özlügül (Sophie Dal) in der niedersächsischen Provinz auf Streife gehen (Start: 3. Mai).

All diese Formate hätten nichts miteinander gemeinsam, außer dass sie unter Krimi firmierten und am Samstag liefen, betont Elschot. Denn bei aller Kontinuität möchte man den Zuschauern mit den Filmen auch Überraschendes bieten. „Wir wollen nicht immer mehr vom Gleichen. Reines Bestätigungsfernsehen ist für uns uninteressant.“ Weil das Genre Krimi extrem beliebt beim Zuschauer sei, plane das ZDF weitere Formate.

Angedacht sei ein Ermittlerteam in Dresden und ein Privatdetektiv in Baden-Württemberg, verrät ZDF-Krimikoordinator Günther van Endert. Und Bayern könnte sogar einen zweiten neuen Samstagskrimi bekommen, in dem zwei Generationen, nämlich Eltern und Großeltern, Verbrechen aufklären. „Ein Familienkrimi“, sagt van Endert – ein Ersatz also für „Stubbe“.

Die bewährten Formate auf diesem Sendeplatz, „Ein starkes Team“, „Der Kommissar und das Meer“, „Wilsberg“, „Kommissarin Lucas“ und „Unter Verdacht“, bleiben bestehen. Auch „Bella Block“ mit Hannelore Hoger. Die Schauspielerin kündigt immer wieder an, die Rolle „nicht ewig“ weiterzumachen. Wann Schluss ist, liege „ganz allein“ bei ihr, sagt Elschot. In diesem und im kommenden Jahr sei „Bella Block“ jedenfalls eingeplant.

Im Schnitt 5,9 Millionen Zuschauer hatte der Samstagskrimi im ZDF vergangenes Jahr, diese Quote erhoffe man sich auch nach den Änderungen, sagt Elschot. Es sei jedoch auch klar, dass man mit den neuen Formaten ein gewisses Wagnis eingehe. Auch bei Rosa Roth und Stubbe habe es schließlich lange gedauert, bis sich die Zuschauer in sie verliebt hätten.

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