Wer wird Dschungelkönig?

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Kämpft sich durch die Dschungelprüfungen: Finalist Thorsten Legat. Foto: RTL

An diesem Samstag endet die zehnte Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ – RTL zieht eine positive Bilanz. Von Marco Krefting.

Die Dschungelcamp-Moderatoren Sonja Zietlow (47) und Daniel Hartwich (37) haben sich schon festgelegt: Menderes Bagci ist ihr Tipp für den Sieg der Jubiläumsstaffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ am Samstag. In der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ wurde er zu einer Art Running Gag, der nur mit Ach und Krach mal eine Runde weiterkam. Finale ist für den 31-Jährigen bisher ein Fremdwort. Von einem Sieg hat er wohl nicht mal zu träumen gewagt.

Sollte sich das nun ändern? Bagci hat überrascht, ist tougher als erwartet. Der sonst oft Gehänselte mit manchmal weinerlicher Stimme durchsteht inmitten von Ungeziefer Prüfungen – und dankt noch, dass er mitmachen durfte. „Man merkt, dass er das Herz am rechten Fleck hat“, bringt Hartwich es auf den Punkt. Bagci sei unscheinbar und schüchtern. „Aber genau deswegen mag man ihn so, weil der so echt ist und so lieb.“ Zietlow ergänzt: „Er sagt auch nie was gegen andere.“ Damit steht Bagci in Tradition der früheren „Dschungelkönige“ Peer Kusmagk und Joey Heindle, die sich aus Konflikten weitgehend raushielten.

Fans zieht das auch bei Staffel 10 in den Bann. Die Zuschauerzahlen schwanken zwischen sechs und acht Millionen. Damit hält das Publikum die Show wacker auf einem Niveau, das sonst nur von „Tatort“ und Fußball-Spitzenspielen getoppt wird. RTL freut vor allem, dass die Marktanteile in den jüngeren Zielgruppen jenseits der 40 Prozent liegen. „Wir sind bisher absolut zufrieden“, sagt Markus Küttner, Bereichsleitung Comedy & Real Life.

Und doch macht sich Unmut breit. Nach einem gelungenen Auftakt nehmen Kritiker etwa seit der Halbzeit häufiger das Wort Langeweile in den Mund. Fernsehforscherin Joan Kristin Bleicher von der Uni Hamburg sagt: „Die immer gleichen Dschungelprüfungen haben sich nach zehn Staffeln abgenutzt.“ Ein Effekt, der im Staffelvergleich – gemessen an den Quoten – ohne größere Folgen für den Privatsender bleibt.

Neue Regeln sollten mehr Pep bringen. So teilte RTL die Truppe und schickte sie in zwei getrennte Lager. „Menschen kommen in kleinen Gruppen naturgemäß schneller zur Sache, lernen sich schneller kennen und geben somit auch mehr von sich preis“, erklärt Küttner. „Eine ganz neue Dynamik entsteht, wenn sie dann in einer Gruppe aufeinandertreffen. Dieser Plan ist aufgegangen.“

Entscheidend bei der Siegerwahl wird die Zahl der Zuschauer sein, die zum Hörer greifen. TV-Anwältin Helena Fürst ist im Camp umstritten. Sophia Wollersheim, Frau von „Rotlicht-König“ Bert Wollersheim mit aufgepolstertem Vorbau, überraschte mit ihrer zupackenden Art. Legat wirkt ebenso unberechenbar wie seine Chancen auf den Sieg. Mit schier unbändigem Willen zu gewinnen überraschte der Fußballtrainer auch Küttner: „Legat liefert mehr ab als erwartet.“ Dank seiner flexibel gestalteten Grammatik sorgt Legat für Unterhaltung. Zugleich blitzt seine sensible Seite durch. Kürzlich stellte er fest: „Ich glaube, ich verlasse das Camp nicht als Normaler.“

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