„Wir legen den Finger in die Wunde“

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An dem Drama um „Charlie Hebdo“ kommt auch der Fasching nicht vorbei. Die traditionelle Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ wird heuer nicht nur Komik bieten, sondern auch ernste Themen ansprechen.

„Fastnacht in franken“ 

An dem Drama um „Charlie Hebdo“ kommt auch der Fasching nicht vorbei. Die traditionelle Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ wird heuer nicht nur Komik bieten, sondern auch ernste Themen ansprechen.

von Christiane Gläser

„Eine Schere im Kopf ist absolut undenkbar. Selbstverständlich greifen wir aktuelle politische Themen auf“, sagt Kathrin Degmair, Leiterin des Studios Franken des Bayerischen Fernsehens, auch mit Blick auf die blutigen Anschläge auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“. Und so werde das Publikum bei der Übertragung der Sendung am heutigen Freitagabend (Bayerisches Fernsehen, 19 Uhr) nicht nur durchlachen, sondern auch über ernste Themen nachdenken müssen. „Es wäre ja schlimm, wenn wir bestimmte Gruppen auslassen würden. Natürlich legen wir weiter den Finger in die Wunde“, betont auch der Präsident des Fastnachtsverbandes Franken, Bernhard Schlereth.

Zu den Künstlern der 28. Ausgabe gehören das Duo Volker Heißmann und Martin Rassau („Waltraud und Mariechen“), Büttenredner Peter Kuhn, Bauchredner Sebastian Reich mit seiner Amanda, Komiker Michl Müller und die Altneihauser Feuerwehrkapell’n. Alle Künstler treten ohne Gage auf. „Wir wissen ja, was wir davon haben. Ohne die ,Fastnacht in Franken‘ hätten wir niemals den Stellenwert erreicht, den wir heute haben“, begründet das Heißmann.

Und auch die, die sich naturgemäß auf die meisten derben Sprüche, auf Spott und Hohn einstellen müssen, bereiten sich auf diesen Abend gewissenhaft vor. Denn außer Ministerpräsident Horst Seehofer kommen die meisten geladenen Politiker in kreativen Kostümen. Immer vorne mit dabei und bekannt für seine besonders extravagante Maskerade ist Finanz- und Heimatminister Markus Söder. Im vergangenen Jahr kam er als grünes Monster „Shrek“ verkleidet. Und twitterte bereits Stunden vor der Veranstaltung: „Sitze schon seit über einer Stunde in der Maske. Oh Mann ist das anstrengend!“

Die Prunksitzung wird heute Abend aus den frisch sanierten Mainfrankensälen des kleinen 10 000-Einwohner-Orts Veitshöchheim im unterfränkischen Landkreis Würzburg übertragen. Seit 1988 wird die Gemeinde einmal im Jahr zur Hochburg der Narren. Die quietschbunte Rokoko-Kulisse ist den berühmten Gärten des Ortes vor den Toren Würzburgs nachempfunden.

Die Sendung ist nach Angaben des Bayerischen Rundfunks der absolute Quotenschlager des Senders. Fast 3,8 Millionen Menschen schauten die „Fastnacht in Franken“ im vergangenen Jahr.  mm/dpa

„Fastnacht in Franken“

wird heute Abend ab 19 Uhr im Bayerischen Fernsehen übertragen. Die Wiederholung wird am morgigen Samstag ab 20.15 Uhr ausgestrahlt.

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