„Willkommen!“ in München

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Die Flüchtlingshilfe der Gemeinschaft Sant´Egidio.

Verleihung des Bürgerpreises des Bayerischen Landtags an Initiativen, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Ziemlich viel Fränkisch war am Donnerstag im Senatssaal des Maximilianeums zu hören, da konnte Kabarettist Christian Springer noch so münchnerisch parlieren.

Er moderierte die Verleihung des Bürgerpreises des Bayerischen Landtags – und gleich drei der sieben Ehrungen gingen nach Nordbayern.

Der Preis stand heuer unter dem Motto „Willkommen!“ und würdigte Initiativen, in denen sich Menschen für Flüchtlinge einsetzen. Auch deshalb wurde es gleich auf mehreren Ebenen politisch. Natürlich ging es einerseits um die Stimmungsmache und Hetzreden, die momentan in der deutschen Gesellschaft spür- und hörbarer werden – eine Situation, in der das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge als Gegengewicht immer mehr an Bedeutung gewinnt. Andererseits betonten neben Landtagspräsidentin Barbara Stamm auch viele der Ausgezeichneten, dass eine Würdigung des Ehrenamts auch gerade deshalb wichtig ist, weil es eine große Lücke füllt: „Wenn es die Ehrenamtlichen nicht gäbe“, sagte Stamm, „wäre die derzeitige Situation nicht zu bewältigen.“ Und versprach, wenn schon nichts Konkretes, doch zumindest allgemein weniger Bürokratie – und eine stärkere Anerkennung des Engagements.

Zumindest sieben Projekte bekamen diese Anerkennung schon bei dem Festakt im Maximilianeum. Ob es nun die studentische Initiative aus Eichstätt war, die Deutschkurse anbietet, oder das Projekt „Homeless“ aus dem schwäbischen Wittislingen, in dem Migrantinnen und Deutsche gemeinsam Taschen nähen; ob sich die Menschen im Landshuter „Haus International“ engagierten, in der Nürnberger Bildungsstätte „Asylothek“ oder in der „Asylgruppe St. Rochus“ im mittelfränkischen Zirndorf: All diese Einrichtungen wurden geehrt – und damit auch finanziell unterstützt, mit 2000 bis 6000 Euro. Den ersten Preis, der sogar mit 8000 Euro dotiert ist, erhielt die Flüchtlingshilfe der Gemeinschaft Sant´Egidio aus Würzburg, die seit Jahrzehnten Flüchtlinge aus aller Welt betreut, ihnen Deutsch beibringt und sich auch um Menschen mit Behinderung kümmert. Deren Vertreter forderten in ihrer Danksagung dann auch: Flüchtlinge sollen legal nach Europa einreisen dürfen! Und der undotierte Sonderpreis ging an das Münchner Bündnis „Bellevue di Monaco“, das sich für eine Flüchtlingsunterkunft in der Müllerstraße einsetzt.

Die eigentlichen Stars jedoch waren die geflüchteten Männer und Frauen selbst, die mit den deutschen Helfern auf der Bühne standen – und ganz besonders der syrische Flüchtlingschor, der zum Abschluss die „Ode an die Freude“ sang. Dafür gab es Standing Ovations – und wohl auch für alle Helferinnen und Helfer in Bayern und der Welt. Johanna Popp

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