DAS ERSTE BRINGT DAS WESTERN-GENRE MIT „13 UHR MITTAGS“ IN DAS HEUTIGE NORDDEUTSCHLAND

Der wilde Westen im Norden

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Gegensätzlicher könnten zwei Ermittler wohl kaum sein: Während Dorf-Sheriff Olaf (Jörg Schüttauf) die Sache eher gemütlich angeht, will LKA-Beamtin Gracia (Rosalie Thomass) endlich Licht ins Dunkel des Raubüberfalls bringen. Foto: dpa/ Georg Wendt

Von Elke Vogel. Klassisches Western-Setting im hohen Norden: Einer kommt aus dem Gefängnis.

Ein Anderer fürchtet die Rache des freigelassenen Bankräubers. Und auch die Beute ist noch nicht wieder aufgetaucht. „13 Uhr mittags“ heißt die skurrile Komödie, die das Erste heute um 20.15 Uhr zeigt.

Klar: der Titel ist eine Anspielung auf den legendären US-Western „Zwölf Uhr mittags“ mit Gary Cooper und Grace Kelly. In der im fiktiven Örtchen Hedly irgendwo an der norddeutschen Küste spielenden Version von Drehbuchautor Klaus Burck und Regisseurin Martina Plura geht es aber eigentlich weniger um Leben und Tod, sondern mehr um leben und leben lassen. Mit dem 13.00-Uhr-Bummelzug kommt die Gangster-Gang um Anführer Simon (Thomas Arnold) am Bahnhof an, um die Bankraub-Beute an sich zu bringen - kleiner Rachefeldzug inklusive. Bankräuber Simon ist ein finsterer, leicht melancholischer Typ. Er trauert um seinen nach dem Banküberfall ums Leben gekommenen Bruder und philosophiert über den absoluten und relativen Wert von Geld. Der gemütliche Dorf-Sheriff Olaf (Jörg Schüttauf) hingegen bangt um seinen kranken Hund mit dem Namen Herr Anton und hat Probleme mit dem klapperigen Fluchtwohnmobil.

Beim großen Aufeinandertreffen zwischen den beiden Fronten legt Schützenkönigin Julia (Katharina Behrens) einen bleihaltigen Auftritt hin. Und dann ist da auch noch die junge LKA-Beamtin Gracia (Rosalie Thomass).

„13 Uhr mittags“ ist eine höchst vergnügliche Westernparodie mit schwarzem Humor und knorrigen Typen - schön lakonisch, wunderbar absurd.

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