MÜNCHNER OPERNFESTSPIELE

Weihespiel ohne Gral

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Kann man da widerstehen? Parsifal (Jonas Kaufmann) mit Blumenmädchen. foto: Ruth Walz

Premiere von Wagners „Parsifal“ an der Bayerischen Staatsoper

Eine besondere Premiere, und das nicht nur wegen der All-Star-Besetzung um Dirigent Kirill Petrenko: In der Bayerischen Staatsoper gab es gestern Wagners „Parsifal“ im Bühnenbild von Maler-Star Georg Baselitz zu sehen. „Bezüge und Elemente aus allen meinen Schaffensphasen“ würden sich darin finden, sagte der 80-Jährige im Vorfeld. Regisseur Pierre Audi ließ sich von den Kunstwerken des Malers leiten, mit dem er gut befreundet ist: „Nach vier Monaten Arbeit mit Georg Baselitz kamen wir zu dem Schluss, dass es keinen Gral im Werk gibt.“ Auch einen Speer gebe es nicht. Es gehe um eine innere menschliche Dimension. „Was Baselitz präsentiert, ist eine Meditation über das Mysterium des Todes“, beschreibt es der Direktor der Nationale Opera in Amsterdam.

Parsifal sei das Wunderbarste, was Wagner komponiert habe, sagte Baselitz, der sonst dem Komponisten eher skeptisch gegenübersteht. „Es gibt von ihm zum Teil wunderbare Musik, aber dann auch dieses unerträgliche Pathos.“ Andererseits komme man als Sachse, als Deutscher, selbst als Europäer kaum an ihm vorbei. „Ich musste irgendwie einen Weg finden, um mit Wagner zurechtzukommen – auf meine Weise.“  th

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