Wahrheit und Fiktion

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„Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort“: Matthias Matschke (Mi.) in „Der Fall Barschel“ als Schleswig-Holsteins damaliger Ministerpräsident bei der legendären Pressekonferenz vom 18. September 1987 in Kiel. Foto: ARD

ARD . Bernd Burgemeister Fernsehpreis des Münchner Filmfests geht heuer an den Politthriller „Der Fall Barschel“.

Von Cordula Dieckmann

Der Politthriller „Der Fall Barschel“ von Kilian Riedhof ist am Sonntagabend auf dem Filmfest München mit dem Bernd Burgemeister Fernsehpreis geehrt worden. Die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung ging an Ariane Krampe, die den Zweiteiler produziert hat. „Dokumentarisches, inszenierte Wahrheit und Fiktion werden perfekt und einander stimulierend miteinander verzahnt“, begründete die Jury die Entscheidung für den Zweiteiler der ARD-Filmtochter Degeto.

Barschel war am 2. Oktober 1987 als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein zurückgetreten, nachdem bekanntgeworden war, dass Reiner Pfeiffer, sein Referent im Wahlkampf, den SPD-Kandidaten Björn Engholm hatte bespitzeln lassen. Am 11. Oktober wurde der Politiker in der Badewanne eines Genfer Hotels von zwei „Stern“-Reportern tot aufgefunden. Nach dem offiziellen Ermittlungsergebnis deutscher und schweizerischer Behörden beging Barschel Selbstmord, bis heute wird jedoch darüber spekuliert, dass er auch durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen sein könnte.

Im Film wird Barschel gespielt von Matthias Matschke. Alexander Fehling versucht als investigativer Journalist, die Vorgänge rund um den Tod des CDU-Politikers aufzuklären. In weiteren Rollen sind Fabian Hinrichs und Edgar Selge zu sehen. Hauptdarsteller Matschke („Ladykracher“) bekannte, seine Theorie zum Tode Barschels sei während der Dreharbeiten ordentlich durcheinandergeraten: „Ich hatte eine Theorie, aber die wurde innerhalb der Dreharbeiten so hin und her geworfen, dass ich ständig umstellen musste, was ich bisher gedacht habe.“

Die Szene mit dem toten Barschel in der Hotelbadewanne sei eine der schwierigsten gewesen, sagte der Schauspieler. Er sei über einen Stunde mit flacher Atmung in der Wanne gelegen und habe nur noch herausgewollt. „Die letzten Minuten eines Menschen nachzuspielen, ist eine bedrückende Erfahrung“, betonte Matschke.

Der frühere TV Movie Award wird in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen. Er wird von der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) gestiftet. Nach dem überraschenden Tod des Produzenten Bernd Burgemeister im Jahr 2008 war der Preis umbenannt worden. Gewinnerin des vergangenen Jahres war Liane Jessen vom Hessischen Rundfunk (HR) mit ihrer aufsehenerregenden und hochgelobten „Tatort“-Folge „Im Schmerz geboren“ mit Ulrich Tukur.

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