FÜR EINE NEUE REPORTAGEREIHE TAUSCHTEN BAYERN AUS ALLEN LANDESTEILEN IHREN ARBEITSPLATZ MIT KOLLEGEN WELTWEIT

Zum Viktualienmarkt nach Bangkok

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Von Stefanie Thyssen. Seit stolzen 27 Jahren betreibt Andreas Lill (51) gemeinsam mit seiner Frau Sonja (57) einen Obst- und Gemüsestand auf dem Pasinger Viktualienmarkt.

Die beiden erleben manchmal entspannte, meist stressige und mitunter auch kuriose Tage. Ihr größtes Abenteuer teilen sie nun mit Hunderttausenden Fernsehzuschauern – in der neuen BR-Reihe „Mein Job – Dein Job“, zu sehen ab heute jeweils freitags um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Menschen aus Bayern tauschen eine Woche lang ihre Jobs mit Kollegen aus fernen Ländern – so die Idee der Macher.

Im Fall der Familie Lill hieß das, dass Sonja für ein paar Tage ihren heimischen Arbeitsplatz im Münchner Stadtteil Pasing verließ und in die thailändische Metropole Bangkok reiste, um statt Äpfel, Gelbe Rüben und Birnen exotische Früchte zu verkaufen und Muscheln zu pulen. Andreas wiederum empfing die südostasiatischen Tauschkandidaten Ploy und Nut bei sich und erklärte ihnen, was in einem bayerischen Garten so alles wächst.

„Ein Produktionsteam vom BR hatte sich vor einigen Monaten auf verschiedenen Märkten nach geeigneten Protagonisten für diese neue Reihe umgesehen“, erinnert sich Andreas Lill im Gespräch mit unserer Zeitung. „Irgendwann wurden wir gefragt, ob wir Lust hätten mitzumachen.“ Und sie hatten. „Ich kannte Thailand von einer Urlaubsreise“, erinnert sich Sonja an den Moment, als sie das Ziel ihres Jobtausches erfuhren. „Zunächst dachte ich: Schade, ich hätte gerne auch ein Land genommen, in dem ich noch nicht war.“ Nach ihrer Zeit in Asien habe sie die Stadt und das Land aber auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt als im Urlaub.

Viel darf sie über ihre Zeit in Asien nicht erzählen, die Zuschauer sollen die Sendung ja einschalten. Aber: „Ich habe eine Menge mitgenommen. Wenn man sieht, unter welch einfachen Bedingungen die Thailänder leben, wie viel und wie hart sie arbeiten, wird man sich bewusst, dass wir hier in Deutschland in einer extremen Komfortzone leben. Und wenn wir etwas zu jammern haben, geschieht das auf hohem Niveau.“

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